Maispflanzen gehören botanisch gesehen zu den Süßgräsern. Foto: dpa

US-Wissenschaftler belauschen Maispflanzen. Die knacken beim Größerwerden.

Stuttgart - Diese Redensart kennst du bestimmt: „Der hört das Gras wachsen“ sagt man über jemanden, der sehr gut informiert ist. Dieses Sprichwort finden viele witzig, weil es total übertrieben ist. Kein Mensch hört was, wenn er sich flach auf den Rasen legt. Oder doch? Amerikanische Wissenschaftler von der New York Universität haben mit einer speziellen Technik das Wachsen von Maisstängeln hörbar gemacht. Mais ist kein Gras, meinst Du? Oh doch! Die Pflanze gehört zu den Süßgräsern, auch Poaceae genannt.

Jetzt willst Du bestimmt wissen, wie sich das anhört. Beim Wachsen macht die Graspflanze Mais ganz ähnliche Geräusche, wie wenn ein Maisstängel bricht. Das hat der Leiter der Forschungsgruppe gesagt. Douglas Cook (sprich Dagläs Kuck) und seine Kollegen benutzen bei ihrer Forschung ganz besondere Mikrofone, um die Geräusche vom Mais aufzunehmen.

Der Wissenschaftler hat auch erklärt, wie die Pflanze wächst: Sie bricht, und repariert die winzigen Brüche dann wieder selbst. Brechen, wieder gutmachen, brechen, wieder gut machen – zum Glück wachsen Menschen nicht auf diese Weise. Das würde doch ganz schön weh tun. Und doch gibt es eine Ähnlichkeit zu den Menschen, genauer zu den Muskeln. Wenn jemand im Fitness-Studio Gewichte stemmt, entstehen auch Mini-Risse. Durch die Reparatur wird der Muskel dann gestärkt.

Die Wissenschaftler haben nicht nur so zum Spaß geforscht. Mais ist eine wichtige Pflanze, in den USA werden jährlich 350 Millionen Tonnen davon geerntet. Doch es könnte noch viel mehr sein – wenn nicht ständig Stürme über die Felder fegen und die Stängel abknicken würden. Die Forscher wollen daher die Pflanzen stärken, damit sie dem Wind Stand halten. Und dazu müssen sie verstehen, wie Mais wächst.

Die Wissenschaftler haben bei ihren Untersuchungen noch etwas Spannendes festgestellt: Nämlich, dass die Blätter die Pflanze stabiler machen. Also versuchen sie jetzt, Maissorten mit härteren Blättern zu züchten. Diese neuen Pflanzen sollen dann wiederstandfähiger sein.

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