Kita-Leiterin Jennifer Maler (l.) und Cornelia Bains-Terschawetz Foto: Kutzer

Die neue Kita von Himpelchen und Pimpelchen hat an der Reinsburgstraße ihre Eröffnung gefeiert.

S-West - Nieselregen fällt über dem Stuttgarter Westen. Wie zum Kuckuck soll man bei diesem Wetter den Nachwuchs bewegen, mit zur Kita zu kommen? An der Reinsburgstraße 45 findet sich eine mögliche Antwort. Die Räume, in denen seit September die private Kinderbetreuung Himpelchen und Pimpelchen zuhause ist, wirken angenehm hell. Das liegt nicht nur an den Tageslichtlampen, sondern auch an der Ausstattung der 380 Quadratmeter mit viel Holz. „Wir haben einen guten Schreiner an der Hand“, erklärt Geschäftsführerin Cornelia Bains-Terschawetz. „Er hatte selbst Kinder in einer unserer Einrichtungen und ist uns immer noch verbunden.“ Im Rollenspielzimmer hat der Fachmann eine Bühne geschaffen, die von zwei schemenhaften Bäumen eingefasst wird. In einem anderen Raum soll an der Wand eine Altstadtsilhouette mit bespielbaren Elementen entstehen.

Gleich zweimal gewonnen

„Wir versuchen für unsere Kinder mehr zu sein, als nur ein Ort, an dem sie versorgt werden“, betont Bains-Terschawetz. „Die Kindertagesstätte soll ein zweites Zuhause sein.“ Das gilt nicht zuletzt für die Kleinen. Das Nesthäkchen an der Reinsburgstraße im Stuttgarter Westen ist erst fünf Monate alt. Zufrieden sitzt er auf dem Schoß einer Erzieherin im Krippenbereich, wo die Stühlchen selbst für Kita-Verhältnisse winzig sind, die Heizung den Boden krabbelwarm hält und es keine festen Ruhezeiten gibt. „Den Jüngsten kann man nicht vorschreiben, wann sie zu schlafen haben“, so Cornelia Bains-Terschawetz. „Wir müssen uns nach ihrem Rhythmus richten.“ Zehn Krippenplätze hält die neue Einrichtung bereit, die in diesem Jahr, ebenso wie Kindertagesstätten in Weilimdorf, Hedelfingen und Möhringen, zu den Standorten des Anbieters hinzugekommen ist. „Dass es so viele Neueröffnungen gab, ist eine glückliche Fügung“, stellt Bains-Terschawetz fest. „Wenn man sich bei der Stadt auf Trägerausschreibungen bewirbt, ist das ein Glücksspiel. Wir haben gleich zweimal gewonnen.“

Das notwendige Personal zu finden, war aus Sicht der ehemaligen Tagesmutter weit weniger problematisch, als man vermuten könnte. „Wir bemühen uns, so auszubilden, dass wir Azubis nach Möglichkeit übernehmen können“, sagt sie. Das sei hilfreich. Auch Jennifer Maler, die Leiterin der Reinsburgstraße, steht schon seit einem studienbegleitenden Praktikum mit Himpelchen und Pimpelchen in Kontakt. „Mir ist wichtig, nicht nur administrative Aufgaben auszuführen“, schildert sie ihre Rolle. „Die 50 Kinder hier im Haus kennen mich, auch wenn ich nicht immer intensiv in den Gruppen aktiv sein kann. Wir legen Wert auf eine familiäre Atmosphäre.“ Über die Betreuung in der Kita hinaus, bietet man auch Krankheitsbetreuung von Kindern zu Hause, ein Kindertaxi oder die Vermittlung von Babysittern für die Abend- und Wochenendzeiten an.

Bis Frühjahr 2019 sollen auch die letzten Räume fertig sein

Aus der hauseigenen Küche duftet es nach Plätzchen. Die aufwändigen Umbauarbeiten im Altbau, der zuletzt Wohngemeinschaften beherbergte, sind nahezu abgeschlossen. Nur der großzügige Bewegungsraum im Untergeschoss und der Außenbereich harren noch ihrer Fertigstellung. Bis zum Frühjahr 2019 soll alles fertig sein. „Wir sind täglich für mindestens eine halbe Stunde mit den Kindern draußen“, stellt Maler fest. „Auch jetzt schon. Es gibt kein schlechtes Wetter. Nur falsche Kleidung.“

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