Wo noch der Betonrührer lärmt, soll später Platz für einen Mittagschlaf sein. Foto: Gottfried Stoppel

Am Engelberg reagiert man mit einem Erweiterungsbau auf die gestiegene Nachfrage nach Betreuungsplätzen. In Winterbach hingegen muss ein Kindergarten schließen.

Winterbach - Während die Gemeinde Winterbach zum Ende des Jahres einen eingruppigen Kindergarten schließen muss, zeigt sich ein paar hundert Meter entfernt auf dem Engelberg ein ganz anderes Bild: „Wir verzeichnen ein vermehrtes Interesse an unseren Waldorfkindergartenplätzen“, sagt Walter Schmid, der Geschäftsführer des Engelberger Schulvereins. Auf die steigende Nachfrage hat der Vorstand im Frühsommer kurzerhand reagiert und baut nun für knapp eine halbe Million Euro die ehemaligen Musikfachräume im Erdgeschoss der Schule um.

Kapazität verdoppelt

Dorthin soll nun Anfang 2019 die Ganztagesbetreuung umziehen. „Bislang haben wir eine Gruppe mit 20 Kindern, die von 7.15 bis 17 Uhr betreut werden“, sagt Schmid. In den neuen Räumen wird auch Platz sein für eine zweite Ganztagesgruppe. „So erhöhen wir unsere Kapazitäten in diesem Bereich von 20 auf 40 Plätze.“

Durch den Umzug der bestehenden Gruppe aus dem Kindergarten in die Räume der Schule wird wiederum im Kindergartengebäude Platz: „Dort soll eine neue Gruppe mit Betreuungszeiten von 7.15 bis 13.15 Uhr eingerichtet werden“, so Schmid. Die 22 neuen Plätze für Kinder zwischen drei und sechs Jahren soll zum Kindergartenjahr 2019/20, also im Herbst kommenden Jahres, an den Start gehen. Somit erhöht sich die Kapazität der Kindertagesstätte in zwei Schritten von 76 auf 96 und schließlich 118 Plätze im Herbst 2019.

Die gestiegene Nachfrage nach den Waldorf-Plätzen führt Regine Hoffmann, die Leiterin der Kindertagesstätte Engelberg, zum einen auf gestiegene Geburtenzahlen zurück, zum anderen auch auf ein vermehrtes Interesse an der Walddorfpädagogik: „Wir haben ein Einzelgruppenkonzept und arbeiten mit Bezugserzieherinnen“, so Hoffmann.

Mit der gegenläufigen Entwicklung in Winterbach habe der Engelberg wenig zu tun: „Wir haben ein ganz anderes Einzugsgebiet“, sagt Hoffmann. Die Kinder der Kita kommen nicht nur aus dem Rems-Murr-Kreis von Waiblingen bis nach Urbach oder Plüderhausen, sondern werden auch von den Schurwaldgemeinden oder sogar aus Esslingen in die Kindertagesstätte oberhalb Winterbachs gebracht.

Neue Obergrenzen in den Schulklassen

Möglich ist die Erweiterung im Kleinkindbereich geworden, weil die benachbarte Waldorfschule weniger Schüler hat und damit weniger Räume benötigt. „Wir haben die Klassengrößen aus pädagogischen Gründen und wegen sinkender Nachfrage vor sechs Jahren reduziert“, erklärt Walter Schmid. Waren früher 36 bis 40 Kinder in einer Klasse, so gilt nun eine Obergrenze von 28 Schülern.

Damit alles im Januar rechtzeitig fertig ist, wird seit den Sommerferien im Erdgeschoss der Schule kräftig gebaut. Die Trennwände der ehemaligen Proberäume sind bereits verschwunden. Dort entstehen gerade schallisolierte Schlafräume. Neue Durchbrüche in den Außenwänden sollen das Gebäudeinnere mit dem Garten verbinden. Der alte Musiksaal wird zu einem der beiden Gruppenräume umgestaltet.

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