Mit einer Crowdfunding-Aktion will der Kindersportverein das Geld für das E-Lastenfahrrad zusammenbekommen. Foto: Eileen Breuer

Der Erste Kindersportverein Stuttgart will sich für kurze Strecken ein Lastenfahrrad zulegen – dafür braucht es allerdings Spenden.

Stuttgart - Bisher mussten die Lehrkräfte des Ersten Kindersportvereins für die Wege hin zu Schwimmhallen und Sportstätten unter anderem in Vaihingen, Möhringen und Kaltental auf die Benzinkutsche zurückgreifen. Doch die Fahrten mit dem Auto will der Verein bald reduzieren. Ein neues Gefährt soll dabei helfen. Anstatt das Auto auszuparken, sollen die Trainer in Zukunft auf den Sattel steigen: Ein Lastenrad soll her. Das hat nicht nur den Vorteil, dass es umweltfreundlicher ist. „Unsere Lehrkräfte standen oft in Vaihingen und Möhringen im Stau“, sagt Chirine Schmid, Geschäftsführerin des Kindersportvereins. Auch die Parkplatzsuche frisst wertvolle Minuten. Dabei müssen die Trainer oft mehrmals am Tag die Halle wechseln und haben dafür teilweise nur 15 Minuten Zeit.

Bus und Bahn kommen jedoch nicht in Frage, wenn es um die Wahl des Verkehrsmittels geht. Nicht nur die Warte- und Umsteigezeiten sprechen dagegen: „Sei es Bälle oder Schwimmutensilien: Die Trainer müssen oft Materialien plus ihre eigenen Sportsachen transportieren“, sagt Schmid. Schon jetzt seien Trainer oft mit dem Fahrrad oder auf Inlineskates unterwegs, wenn sie nicht so viel zu tragen hätten. „Doch nicht jeder Trainer hat die Möglichkeit, mit dem Fahrrad nach Vaihingen zu kommen“, sagt Schmid.

Jeder Mitarbeiter soll das Rad nutzen können

Deshalb soll in Zukunft ein elektrobetriebenes Lastenfahrrad den Fahrzeugpool des Vereins ergänzen. Das solle beim Büro in Rohr geparkt und von jedem Mitarbeiter genutzt werden können. Vorteil des Standorts sei, dass die meisten Trainer vor Beginn ihrer Sporteinheiten sowieso dort vorbeischauen würden, um zum Beispiel die Schlüssel für Hallen abzuholen. „Das Lastenfahrrad würde eine Entlastung bei den täglichen zehn bis 15 Kilometern im Umkreis schaffen, die dann nicht mit dem Auto zurückgelegt werden müssten. Es würde wahrscheinlich heiß begehrt sein und nicht stillstehen“, sagt die Geschäftsführerin des Kindersportvereins.

Der Wunsch nach einem Lastenrad keimte schon vor längerer Zeit auf. „Als ich mich informiert und gesehen habe, dass da immense Kosten dahinterstecken, haben wir den Gedanken beiseitegeschoben.“ Doch seit Kurzem fördert das Verkehrsministerium Baden-Württemberg die Anschaffung solcher Zweiräder. 30 Prozent der Kosten übernimmt das Land, wenn Unternehmen, gemeinnützige Organisationen, Kommunen, Freiberufler oder Körperschaften des privaten Rechts sich ein E-Lastenfahrrad zulegen.

Verein leidet unter der Corona-Pandemie

Den restlichen Betrag kann der Verein jedoch nicht selbst stemmen. „Zum einen decken wir als gemeinnütziger Verein unsere Einnahmen mit den Ausgaben. Zum anderen sind wir Corona-gebeutelt. Der Betrieb musste eingestellt werden, die Kosten liefen jedoch weiter. Jetzt wäre der falsche Zeitpunkt, um eine Investition zu tätigen – abgesehen davon, dass wir es gar nicht könnten“, sagt Geschäftsführerin Schmid.

Deswegen hofft der Verein auf finanzielle Unterstützung aus der Bevölkerung und sammelt Spenden über die Crowdfunding-Plattform, die die Stadtwerke Stuttgart ins Leben gerufen haben. Die Stuttgart-Crowd soll dabei helfen, nachhaltige Projekte zu finanzieren. Dadurch können auch diejenigen spenden, die keine Vereinsmitglieder sind, sagt Schmid. Sollte der gesetzte Zielbetrag von 3700 Euro nicht innerhalb von 30 Tagen zusammenkommen, so geht das Geld wieder an die Spendenden zurück, sagt Schmid: „Einen Plan B haben wir noch nicht. Selbst mit der Förderung könnten wir uns das Lastenrad im Moment nicht anschaffen. Ich denke, dass das Thema dann wieder zu den Akten geschoben wird.“

Spendenaktion: Wer zur Finanzierung des Lastenrads beitragen möchte, kann unter www.stadtwerke-stuttgart-crowd.de/kindersportverein noch bis 18. November spenden. Wenn der Zielbetrag von 3700 Euro nicht erreicht wird, geht das Geld an die Spendenden zurück.

Hat Ihnen der Artikel gefallen? Jetzt teilen: