Aus Sicherheitsgründen mussten Spielgeräte auf dem Spielplatz Hertfelderstraße in Esslingen abgebaut werden. Wie ist der Zustand anderer Kinderspielplätze im Kreis?
Schaukeln, wippen, rutschen: Spielplätze ziehen Kinder magisch an. Die Sicherheit der Spielgeräte ist jedoch ein sensibles und wichtiges Thema. So habe sich bei der vergangenen Hauptuntersuchung des Spielplatzes Hertfelderstraße in Esslingen herausgestellt, dass zwei Geräte aus Sicherheitsgründen kurzfristig abgebaut werden müssen. „Die Sandbaustelle mit Brücke wies in den Trägerbalken und Standpfosten Schädigungen durch Pilzbefall auf“, sagt Stadtsprecher Niclas Schlecht.
Wichtige Spielplatzkontrollen in Eigenregie
Solche Hauptuntersuchungen gibt es auf den knapp 100 Esslinger Spielplätzen einmal im Jahr. Hinzu kommen spätestens alle drei Monate sogenannte operative und quasi laufend visuelle Kontrollen. Bei diesen Zwischenuntersuchungen werden unter anderem die Standsicherheit von Pfosten, der Verschleißzustand und die Schrauben der Geräte geprüft. Offensichtliche Gefahrenquellen durch Vandalismus, Wetter und starke Benutzung werden direkt beseitigt. Bei der Hauptuntersuchung hingegen müssen Experten herangezogen werden, die auch das Gelände und die Umgebung prüfen. So könnten auch externe Gutachter wie beispielsweise vom Tüv für die Kontrollen beauftragt werden. In Esslingen sei das nicht nötig: „Das Grünflächenamt hat dafür regelmäßig geschulte Mitarbeiter und ist in der Lage, die Spielplätze selbst zu kontrollieren“, sagt Schlecht.
Kinderspielplätze sind in einem guten Zustand
In den vergangenen Jahren habe man lediglich zwei Spielplätze in den Stadtteilen Pliensauvorstadt und Berkheim in einfache Grünanlagen umgewandelt, da diese zu wenig genutzt wurden. „Der Spielwert der städtischen Spielräume hat sich in den letzten Jahren tendenziell verbessert“, so Schlecht. Allerdings müssten die Kinderspielplätze in den nächsten Jahren grundlegend saniert werden, was in der Regel alle 20 bis 30 Jahre vorkommt. Jährlich gebe die Stadt rund 185 000 Euro für die Erhaltung und die Reparaturen der Spielplätze aus.
In Nürtingen habe es ebenfalls noch keine komplette Sperrung von Spielplätzen aus Sicherheitsgründen gegeben. „Nur einzelne Spielgeräte mussten für kurze Zeit gesperrt werden, wenn eben bei einer Kontrolle Mängel festgestellt worden sind“, sagt Bastian Kuthe vom Sachgebiet Grünflächen der Stadt Nürtingen. Der Zustand der 60 Spielplätze sei gut, da der Bauhof die Geräte in regelmäßigen Abständen wartet und kontrolliert. „Die jährliche Sicherheitsuntersuchung wird von einem externen, zertifizierter Spielplatzprüfer abgewickelt“, sagt Kuthe. Circa 120 000 Euro gebe die Stadt jährlich für die Erhaltung der Kinderspielplätze aus. „Darin sind die Bauhofleistungen, also die Wartung und Reparatur der Spielgeräte, nicht enthalten“, so Kuthe.
In Ostfildern mussten Spielplätze für Grünflächen weichen
Auch in Ostfildern ist die Lage der Spielplätze eine ähnliche: „Unsere 44 Spielplätze inklusive die von zehn weiteren in Schulen sind in einem optimalen Zustand“, sagt Petra Giacopelli, Pressesprecherin der Stadt Ostfildern. Vereinzelt seien Spielplätze geschlossen worden und werden als Grünfläche weitergenutzt. „Spielgeräte mussten bisher nicht abgebaut werden, da diese immer rechtzeitig ausgetauscht werden“, erzählt Giacopelli. „Die Stadt steckt im Jahr 700 000 Euro in die Spielplätze, mit inbegriffen sind Kosten für Müllentsorgung von etwa 10 000 Euro.“
Wie nötig das ist, zeigt jetzt ein Beispiel aus Wendlingen. Dort sei am vergangenen Wochenende eine größere Menge an Müll und Glasscherben zwischen den Hackschnitzeln rund um die Spielgeräte gefunden worden. Der Spielplatz musste daher gesperrt werden und ist derzeit nicht benutzbar.