Für Familien in Dürrlewang ist das Kinderhaus Galileo eine wichtige Institutionen. Doch 2030 könnte die Kita schließen. Nun kämpft der Elternbeirat mit einer Petition für den Erhalt.
Für Beate Richter geht es vor allem um eine Wertschätzung. Das Team im Kinderhaus Galileo in Stuttgart-Dürrlewang leiste jeden Tag hervorragende Arbeit und kümmere sich liebevoll um 40 Mädchen und Jungen, sagt die Mutter, die im Elternbeirat aktiv ist. Sie ergänzt, dass die Einrichtung den gesamten Stadtteil bereichere und sich an vielen Aktivitäten im Ort beteilige – von der Stadtteil-Putzete bis hin zum Nikolausmarkt.
Dennoch hat die evangelische Kirchengemeinde Rohr-Dürrlewang entschieden, das Kinderhaus von 2030 an nicht mehr zu betreiben. Dagegen wehrt sich der Elternbeirat nun mit einer Petition auf der Online-Plattform Change.org. Unter dem Aufruf „Rettet das Kinderhaus Galileo“ befinden sich bereits 225 Unterschriften.
Hintergrund für den Abschied der Kirchengemeinde vom Kinderhaus Galileo seien die sinkenden Mitgliederzahlen und damit sinkende Einnahmen aus der Kirchensteuer, sagt Pfarrer Thomas Rumpf. Mit diesem Problem kämpfen die Kirchen in Deutschland schon seit Jahren. Damit einher geht, dass weniger Räume gebraucht werden.
Gemeinde will einen Standort schließen
Die Kirchengemeinde Rohr-Dürrlewang betreibt aktuell zwei Standorte – mit Kirche, Gemeindezentrum und Kindergarten. Da war schnell klar, dass mittelfristig einer geschlossen werden muss, und es war auch schnell klar, welcher: nämlich der in Dürrlewang. Denn die dortigen Gebäude sind energetisch auf dem schlechteren Stand als die in Rohr; und es ist ein Erbpacht-Grundstück, das in Rohr gehört der Gemeinde. Das alles hat der Kirchengemeinderat im vergangenen November im Gemeindebrief dargelegt.
Die nun vor Kurzem veröffentlichte Petition zum Erhalt des Kinderhauses Galileo hat Thomas Rumpf überrascht. „Das Vorgehen hat einen ziemlichen Wirbel ausgelöst“, sagt der Pfarrer. Beate Richter erklärt, dass die Petition eine reine Elterninitiative sei. Sie kritisiert, dass man immer wieder um mehr Informationen gebeten, aber keine bekommen habe. Darum sei man aktiv geworden. „Wir wollen, dass unser Kindergarten erhalten bleibt“, sagt Beate Richter.
Hat der Kindergarten noch eine Zukunft?
Pfarrer Rumpf will beim nächsten Elternabend über die Zukunft des Kindergartens informieren. Und er plant einen Termin mit dem Vaihinger Bezirksvorsteher Marcel Wolf, um gegebenenfalls neue Möglichkeiten auszuloten. Denn dass das Kinderhaus Galileo 2030 schließt, sei noch nicht gesagt, betont Thomas Rumpf. „Wir werden das Kinderhaus nicht mehr betreiben. Aber Kita-Plätze werden gebraucht. Womöglich wird es einen neuen Träger geben“, nennt er eine Option.
Der Pfarrer stellt auch klar, dass die Kindergartenarbeit der Kirchengemeinde nach wie vor wichtig sei. Beweis dafür sei unter anderem, dass in Rohr eine neue Kita für vier Gruppen gebaut werde.