80 Kinder sollen in der betriebsinternen Kindertagesstätte des Automobilherstellers Porsche in Zuffenhausen ab September 2025 untergebracht werden. Mit dem Spatenstich nimmt das Projekt nun Gestalt an.
Mitten auf einem Erdhügel auf dem Porsche-Werksgelände in Zuffenhausen steht ein moosgrünes Rutschauto im Porsche-Design. Daneben – umgeben von Schotter – ein weißer Sportwagen des Autoherstellers. Die beiden Fahrzeuge verweisen auf die Zukunft dieses Stückchens Erde, auf dem sich am Dienstagvormittag zahlreiche Vertreter des Konzerns versammelt haben.
Während die Eltern die großen Sportwagen produzieren und entwickeln, kann der Nachwuchs hier künftig spielen. Auf dem rund 2600 Quadratmeter großen Gelände auf dem Porsche-Campus soll 2025 die erste Betriebskita des Unternehmens eröffnet werden. Davon zeugen ein riesiger Bagger und die goldenen Spaten, die sogleich von Bürgermeisterin Isabel Fezer, Andreas Haffner, Vorstand für Personal- und Sozialwesen bei Porsche, und anderen Akteuren voller Tatendrang in die Erde gerammt werden. Der symbolische Spatenstich sollte eigentlich schon im Dezember 2023 erfolgen, wurde dann aber „aus prozessualen Gründen“ verschoben, wie es vonseiten des Unternehmens heißt.
Laut einer aktuellen Studie fehlen rund 400 000 Kitaplätze
Umso euphorischer zeigen sich die Verantwortlichen, dass nun der Startschuss auf dem Bauplatz erfolgt: „Der Spatenstich ist der erste Schritt dieses Herzensprojekt in der Realität. Ich freue mich über diesen Schritt. Denn Reden ist gut, aber Realisieren ist besser“, so Albrecht Reimold, Vorstand für Produktion und Logistik bei Porsche.
Untergebracht werden können in der Kindertagesstätte, die in Holzbauweise realisiert wird, rund 80 Kinder. Die Trägerschaft der Einrichtung übernimmt der Betreuungsdienstleister Kinderhut. Das Angebot der Kita, bei der laut den Verantwortlichen der Fokus vor allem auf einer naturnahen und nachhaltigen Arbeitsweise liegt, richtet sich an Kinder von Mitarbeitenden des Unternehmens Porsche. Andreas Haffner verweist am Vormittag auf die schwierige Situation für Eltern: „Kinderbetreuung ist derzeit ein schwieriges Thema. Es fehlen laut einer aktuellen Studie der Bertelsmann-Stiftung rund 400 000 Kitaplätze. Viele Mitarbeiter können nicht dann zurück in den Beruf, wann sie wollen. Das ist ein massives Problem.“ Die neue Kita sei somit für alle eine „Win-win-Situation“, schließlich profitiere Porsche als Unternehmen von den gut ausgebildeten Mitarbeitern.
Ursprünglich sollten auch externe Kinder aufgenommen werden
Neben der Erweiterung des bestehenden Platzangebots bringt eine Betriebskita aber noch mehr Vorteile für die Mitarbeitenden, erklärt der Gesamtbetriebsratsvorsitzende bei Porsche, Harald Buck: „Für die Kollegen im Schichtbetrieb reichen die Standardzeiten in Kitas nicht aus. Außerdem haben die Mitarbeiter so kürzere Weg und das Kind in der Nähe.“ Der Bau der neuen Kita sei deshalb ein „Grund zur Freude für uns alle“.
Ursprünglich wollten die Verantwortlichen auch externe Kinder aufnehmen. Dieses Vorhaben war aber aufgrund rechtlicher Hindernisse gescheitert.