Boris Palmer kritisiert die Pläne der Landesregierung als praxisfern. (Archivbild) Foto: factum/Andreas Weise

Die Landesregierung von Baden-Württemberg plant eine schrittweise Öffnung der Kitas. Der Oberbürgermeister von Tübingen hält die Pläne für nicht durchführbar.

Tübingen - Der Tübinger Oberbürgermeister Boris Palmer (Grüne) hält den Fahrplan der Landesregierung zur weiteren Öffnung des Kitabetriebs für praxisfern und nicht durchführbar. Damit seien bei Eltern Hoffnungen geweckt worden, die die Kommunen als Kita-Träger nun enttäuschen müssten, sagte er der Deutschen Presse-Agentur am Mittwoch. „Der schwarze Peter liegt jetzt bei uns“, so Palmer.

Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU) zufolge soll ab Montag die Betreuung an Kitas schrittweise auf bis zu 50 Prozent der Kinder ausgeweitet werden - beispielsweise durch ein rollierendes System, in dem Kinder in festen Gruppen abwechselnd an einzelnen Wochentagen in die Kita kommen.

Zu wenig Personal in den Kitas

Laut Palmer steht in den Einrichtungen seiner Stadt kein Personal zur Verfügung, um neue Gruppen zu schaffen. Mögliche Risiko-Patienten unter den Erzieherinnen sollen nach betriebsärztlichem Rat keine Kontaktarbeit mit Kindern leisten. Dass eine Erzieherin verschiedene Gruppen betreut, hält Palmer für kontraproduktiv: „Wir würden neue Infektionsketten schaffen, wenn wir Personal in mehreren Gruppen abwechselnd einsetzen.“

In Tübingen gibt es derzeit wie in anderen Städten eine Notbetreuung für wenige Kinder, deren Eltern etwa bei der Arbeit unabkömmlich sind.

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