In Kornwestheim soll der Weg für Kinder zu einer Grundschule sicherer werden. Foto: Robert Michael/dpa-Zentralbild/Z

Rund um die Silcherschule in Kornwestheim (Kreis Ludwigsburg) wird die Stadtverwaltung nach einer Elterninitative aktiv. Erst kommt ein Zebrastreifen, dann eine Fahrradstraße.

798 Unterschriften haben Eltern 2024 im Rahmen einer Online-Petition für einen sichereren Schulweg ihrer Kinder zur Silcherschule gesammelt. Nachdem der Gemeinderat sich im Dezember für das Anlegen einer Fahrradstraße entschieden hatte, wird die Stadtverwaltung nun aktiv und setzt erste Maßnahmen um. Die Ausschüsse des Gemeinderats haben ihr Okay für den ersten Bauabschnitt gegeben.

 

Auf dem Weg zurr Fahrradstraße auf der Beethovenstraße und dem Jakob-Sigle-Platz soll nun für 95 000 Euro zunächst der Radverkehr vom Seitenstreifen auf die Straße ausgeleitet werden. Auch der lange geforderte Zebrastreifen auf der Karl-Joos-Straße wird als eine der ersten Maßnahmen in Angriff genommen. Der Gehwegbereich dort wird entsprechend vergrößert.

Bislang müssen die Kinder die Straßen rund um die Schule ohne Überwege queren. Das hatte auch wegen der vielen Elterntaxis immer wieder zu gefährlichen Situationen geführt. Die Ausleitung des Radverkehrs auf die Straße vor dem Zebrastreifen sei wichtig für die Verkehrssicherheit, argumentiert die Stadtverwaltung. Unter den Stadträten gab es diesbezüglich auch skeptische Stimmen, weil dann die Schulkinder direkt neben den Autos fahren werden.

Kinder der Silcherschule Kornwestheim stellten im Februar 2024 einen Zebrastreifen dar um ihrem Wunsch Nachdruck zu verleihen. Foto: Marc Tuscher

Für die Ausleitung des Radwegs müssen Parkplätze wegfallen. Von den aktuell 14 Stellplätze zwischen Stuttgarter Straße und Karl-Joos-Straße werden „vier bis fünf“ geopfert. Geplant ist die Umsetzung in den Sommerferien. Begonnen wird mit der Fahrradausleitung, um den Fußgängerüberweg im Anschluss herstellen zu können.

Das Thema des sicheren Schulwegs zur Bildungseinrichtung in direkter Nachbarschaft zum Kornwestheimer Rathaus schwelt schon länger, es gab Vor-Ort-Termine und Verkehrszählungen. Weil die Zahlen der Autos, die den Bereich durchfahren, entsprechende Maßnahmen jedoch nicht erzwingen, war es für die Eltern und die Schule ein langer Weg.

Gefährliche Bringzeiten: Experte warnt vor Elterntaxi-Chaos

Michael Siegel, Leiter des Fachbereichs Sicherheit und Ordnung, hatte sich zuletzt selbst während der Hochzeit der Elterntaxis ein Bild von der Situation vor Ort gemacht. Auch er musste anerkennen, dass es mit der aktuellen Regelung gerade zu Bring- und Abholzeiten zu brenzligen Situationen kommen kann.

Noch immer ist allerdings nicht bekannt geworden, wie die Stadtverwaltung die Fahrradstraße konkret umsetzen will. Vor allem der Kreuzungsbereich mit der Stuttgarter Straße, der erst in einem späteren Bauabschnitt in Angriff genommen werden soll, stellt eine große Herausforderung dar.

Herausforderung: Fahrradstraße trifft Hauptverkehrsachse

An der Kreuzung trifft eine der Hauptverkehrsachsen der Stadt auf eine Straße, in der dann Radfahrer bevorrechtigt sein sollen. Die Kornwestheimer Verwaltung hat zwar mit den Fahrradstraßen in der Hohenstaufenallee am Ernst-Sigle-Gymnasium und der in der Stichstraße zur Realschule in der Theodor-Heuss-Straße bereits Erfahrung in der Planung gesammelt, das Geflecht rund um das Rathaus ist aber noch einmal eine ganz andere Aufgabe.

Von der Elternseite wurde bereits der Grundsatzbeschluss im Dezember positiv aufgenommen. „Wir begrüßen diese Lösung sehr und freuen uns, dass das Thema Verkehrssicherheit für unsere Kinder endlich Fahrt aufnimmt und sich die jahrelangen Mühen und Forderungen danach endlich auszuzahlen scheinen“, erklärte damals Jasmin Weber im Namen der gesamten Elternarbeitsgruppe. Diese soll auch weiterhin eng in die Planungen eingebunden werden.