Torschützen unter sich: Tunjic (Zweiter von re.) und Sene (re.) erzielwen die Tore für die Kickers. Foto: Baumann

Minuskulisse beim Derby: Nur 1765 Zuschauer wollten die Partie des VfB II gegen die Kickers im Gazi-Stadion sehen, das die Blauen mit 3:1 gewannen.

Stuttgart - Die 1765 Zuschauer am Dienstag bedeuteten Minusrekord für ein Derby zwischen dem VfB Stuttgart II und den Kickers – doch das sollte nicht die einzige Enttäuschung für die Gastgeber bleiben. Die verloren nämlich mit 1:3 (1:2), was zumindest nicht viele ihrer Anhänger mitbekamen, da die Blauen das Gros der Fans im Gazi-Stadion stellten.

Und die trauten ihren Augen nicht. Während ihre Mannschaft im bisherigen Saisonverlauf den Start meist verschliefen, waren sie diesmal hellwach. Mittelstürmer Mijo Tunjic traf frei stehend schon in der dritten Minute und überlistete in der zwölften den guten VfB-Torwart Niklas Bolten mit einem Heber; es waren die beiden ersten Feldtore des Torschützenkönigs der Regionalliga-Vorsaison (SV Elversberg). „Ich konnte das Vertrauen zurückgeben, das mir der Trainer geschenkt hat.“ Auch als es nicht so lief. „Das war eine Erleichterung für mich und die Mannschaft.“

VfB verschläft die ersten 15 Minuten

„Wir haben die erste Viertelstunde total verschlafen“, sagte der VfB-Trainer Sebastian Gunkel, und seine Mannschaft hatte sogar Glück, dass es nicht schon 3:0 stand. So kam der Bundesliga-Nachwuchs – der immerhin Profi-Spieler wie Wanitzek, Ristl, Grgic oder Sonora in seinen Reihen hatte – zumindest etwas besser ins Spiel; und kurz vor der Pause auch zum Anschlusstreffer. Torart Lukas Königshofer hatte Max Besuschkow von den Beinen geholt, den fälligen Elfmeter verwandelte Marvin Wanitzek. „Aber insgesamt betrachtet war der Sieg nie in Gefahr“, meinte Tunjic – zumal die Kickers ebenfalls durch Elfmeter, den der gefoulte Saer Sene selbst verwandelte, auf 3:1 (68.) erhöhten. Eigentlich ein Fall für Tunjic, doch der gab sich großzügig. „Ich hatte ja schon zweimal getroffen, aber das nächste Mal schieße wieder ich.“

Zu diesem Zeitpunkt war der VfB bereits in Unterzahl, nachdem der vom FC Zürich mit viel Vorschusslorbeeren gekommene Anto Grgic das Kunststück fertig brachte, sich innerhalb von acht Minuten zwei Gelbe Karten abzuholen, Folge: Platzverweis.

In der Schlussphase endlich drehte der VfB – vor allem durch einige Distanzschüsse von Wanitzek – nochmals auf. Doch das Aufbäumen kam zu spät. Die Kickers hatten vor allem von den agilen Sebastian Mannström und Enis Küley im Mittelfeld profitiert, auch wenn der Manager Michael Zeyer meinte: „Spielerisch war der VfB bisher die stärkste Mannschaft.“

Die in der Tabelle aber erst einmal nach hinten schauen muss. Und die Kickers? „Für unsere Fans war es ein doppelter Sieg“, sagte Kaminski. Ein Sieg, für den es allerdings auch nur drei Punkte gab. Die nächsten müssten sie sich dann am Samstag gegen Worms holen.

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