Kevin Costner ist mit seiner Countryrockband Modern West am Mittwoch vor 1200 Fans im Hegelsaal aufgetreten. Foto: Timo Deiner

Er war Robin Hood, Wyatt Earp und Bodyguard. Jetzt singt Kevin Costner - Hier sind die Bilder!

Stuttgart - Er war der, der mit dem Wolf tanzt. Er war Robin Hood, Wyatt Earp und Whitney Houstons Bodyguard. Jetzt ist Kevin Costner Sänger. Mit seiner Countryrockband Modern West ist er am Mittwoch vor 1200 Fans im Hegelsaal in Stuttgart aufgetreten.

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Wie vor einem halben Jahr bei seinem ersten Auftritt im Land in Mannheim wird auch in Stuttgart die Bühne zunächst zur Leinwand. Schließlich ist man nicht nur da, um Songs der Alben "Untold Truths" und "Turn It On" zu hören, sondern um einen Hollywoodstar live zu erleben. Als Costner nach dem Vorprogramm mit seinen größten Kinomomenten händeschüttelnd quer durch den Saal auf die Bühne kommt, ist die Begeisterung entsprechend groß. "Wir sind ja alte Freunde", sagt er oben angekommen, "wir kennen uns doch aus dem Kino, oder?"

Dort spielt Costner am liebsten Abenteurer und Einzelgänger, kantige, aber sensible Typen, die fast immer genau wissen, wenn etwas nicht stimmt. Männer, die sich zur Aufgabe machen, die großen und kleinen Krisen dieser Welt zu lösen. Und bei seinem Auftritt als Countryrocker macht Costner genau da weiter. Er singt mit leicht krächzender Stimme zum Beispiel den Song "99 Miles An Hour" - eine sanft rockende autobiografische Nummer, in der es darum geht, allen Widrigkeiten zum Trotz immer seinem Herzen zu folgen. "Das habe ich so gemacht", sagt Costner, "als ich anfing, zu schauspielern, als ich anfing, Regie zu führen, als ich anfing, Musik zu machen."

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Dass dieser Roots- und Countryrock, der mal Bruce Springsteen, mal John Mellencamp nacheifert, nicht wirklich aufregend ist, verzeiht man Costner gerne, der auf der Bühne den gleichen herzensguten Kerl spielt, den man aus dem Kino kennt. Der sich artig bei allen Männern im Publikum dafür bedankt, dass sie sich von ihren Frauen ins Konzert mitschleppen lassen haben. Dem es überhaupt nichts ausmacht, dass er inmitten einer Band aus Vollprofis mitunter etwas unbeholfen wirkt, wenn er wieder mal den Einsatz verpasst oder nicht den richtigen Ton getroffen hat. Der auch als Musiker große Gesten verabscheut, sondern sich nüchtern als netter Kumpeltyp inszeniert. Der sich freut, wenn das Stuttgarter Publikum zum rasanten "Turn It On" vorne an die Bühne drängt.

Und weil er aus Hollywood weiß, dass jede Story ein Happy End braucht, lässt er das Konzert mit der Schnulze "Let Me Be The One" und der Kindheitsfantasie "Superman" enden, schüttelt noch fünf Minuten, nachdem das Saallicht angegangen ist, Hände, trinkt Sekt und tanzt statt mit einem Wolf diesmal mit Fans.

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