Fußball-Verbandsligist FC Esslingen spielt gegen den Tabellenvorletzten FSV Waiblingen lange in Unterzahl, führt mit 3:1 und verliert mit 4:5. Der Abstieg rückt dadurch näher.
„Es ist der Wahnsinn“, sagte Dominik Eitel und wirkte ziemlich konsterniert. Die Verbandsliga-Fußballer des FC Esslingen haben durch die 4:5 (3:1)-Niederlage gegen den FSV Waiblingen einen großen Schritt in Richtung Landesliga gemacht – in Richtung Abstieg dorthin. Was der Trainer des FCE mit seiner Äußerung meinte, waren aber die Umstände, wie die Niederlage gegen den Vorletzten zustande kam. Ziemlich genau 90 Minuten spielte die Mannschaft in Unterzahl – am Ende waren es etwa 20 Minuten zu viel. Die Aufholjagd der Esslinger im Kampf um den Klassenverbleib ist jedenfalls erst einmal gestoppt.
„Wenn du so lange hinterherläufst, ist es klar, dass irgendwann die Körner ausgehen“, sagte Eitel noch. Die Körner gingen lange nicht aus, bei den Gegentreffern zum 2:3 und zum 3:3 aber kamen die Esslinger eben den einen Schritt zu spät, den die Kraft nicht mehr hergab. „Normalerweise sollte der große, gute Kunstrasenplatz dem Gegner Probleme machen, so hat er uns Probleme gemacht“, sagte der Coach angesichts der roten Karte gegen Ben Düdder nach einer Notbremse bereits in der 5. Minute. „Es war gar kein Fußballspiel mehr.“
David Micko trifft zwei Mal für den FC Esslingen gegen den FSV Waiblingen
Gekickt wurde natürlich schon und es sah eine ziemlich lange Zeit so aus, als könnten die Esslinger als Big-Point-Sieger aus dem Duell hervorgehen. Gerade einmal zwei Minuten nach dem Platzverweis traf David Micko zum 1:0 für den FCE, nach dem zwischenzeitlichen 1:1 durch Marcel Zimmermann (28.) sorgten erneut Micko (33.) und Dorde Smiljic (38.) sogar dafür, dass die Esslinger mit einer 3:1-Führung in die Pause gingen. Das war stark.
Nach dem Wechsel hatten sie zunächst noch die eine oder andere Chance, aber dann spielte sich das Geschehen fast nur noch in ihrer Hälfte ab und die Waiblinger zeigten ihr spielerisches Potenzial. Als Marvin Zimmermann schließlich gekonnt einen Freistoß zum 4:3 für die FSV-Fußballer versenkt hatte, schwammen den Esslingern fast spürbar die Felle davon. Innerhalb von sieben Minuten – 2:3 66., 3:3 70. 3:4 72. – war die Partie gekippt. „Auf geht’s, weiter“, feuerte Torhüter Panagiotis Diakoulas von hinten lautstark an und verhinderte mit glänzenden Paraden zwischendurch zunächst Schlimmeres. Dennoch war er noch einmal bei Atakan Kayas Treffer in der Nachspielzeit zum 5:3 für die Waiblinger machtlos. Felix Frenz traf noch mal für den FCE, doch das war’s.
„Wenn man so lange in Unterzahl spielt, ist klar, dass da was kommt, aber wir haben zu viele Tore gekriegt“, erklärte Esslingen Kapitän Aleksandar Mojasevic und auch Eitel bereitet die hohe Zahl an Gegentoren – mit 74 sind es hinter den Waiblingern (75) mittlerweile die meisten der Liga – Sorgen. Er rechnete aber auch vor, dass der FCE bereits das vierte Spiel in Unterzahl zu Ende brachte. Eitel wollte der Mannschaft „überhaupt keinen Vorwurf machen, was sie in der ersten Hälfte gezeigt hat, war überragend“.
Die Chancen des FC Esslingen auf den Verbleib in der Verbandsliga sind gering
Geht in den verbleibenden drei Saisonspielen noch etwas in Sachen Klassenverbleib? Das hängt auch von der genauen und noch nicht feststehenden Zahl der Absteiger ab, aber so oder so sind die Chancen des FCE gering. „In der vergangenen Saison hat es allerdings auch gereicht. Wir schauen nicht auf die Tabelle und versuchen weiter, die maximale Zahl an Punkten herauszuholen“, sagte Mojasevic kämpferisch.
Den Waiblingern brachte der Sieg abgesehen von einem Push für die Moral übrigens nichts. „Der Drops ist gelutscht“, sagte Tobias Hofmann vom Trainerstab, der noch als Chefcoach des FCE in die Saison gestartet, Anfang Oktober aber von Eitel abgelöst worden war. „Spannend“ sei die erste Rückkehr seither in den Sportpark Weil gewesen, aber die Sache sei für ihn mittlerweile abgehakt. Die Chance ist indes gestiegen, dass beide Mannschaften in der kommenden Saison in der Landesliga auflaufen.
FC Esslingen Diakoulas; Portella, Kerber, Mojasevic, Pereira Almeida (65. Orsolic), Sichwardt, Majhen (80. Haradinaj), Düdder, Frenz, Smiljic (81. Schubarth), Micko.
FSV Waiblingen: Peric; Braun, Jelic (75. Pantzaridis), Marcel Zimmermann (90.+1 Kaya), Mouhssine (89. Palmeri), Marvin Zimmermann, Pasca, Körner, Bönisch, Villiers, Vullo (46. Cardinale).
Schiedsrichter: Jonas Rosenberger (Bissingen).
Zuschauer: 250.
Tore: 1:0 Micko (7.), 1:1 Marcel Zimmermann (28.), 2:1 Micko (33.), 3:1 Smiljic (38.), 3:2 Marvin Zimmermann (66.), 3:3 Marcel Zimmemann (70.), 3:4 Marvin Zimmemann (72.), 3:5 Kaya (90.+3), 4:5 Frenz (90.+5).
Rote Karte: Düdder (5. / Esslingen / Notbremse).
Beste Spieler: Kerber, Diakoulas / Marvin Zimmermann.