Ein hungriger Sika-Hirsch blickt in der japanischen Stadt Nara erwartungsvoll in die Kamera. Foto: dpa

Weil die Touristen wegen der Corona-Krise derzeit ausbleiben, streunen in der japanischen Stadt Nara Sika-Hirsche durch die Straßen – auf der Suche nach etwas Essbarem.

Nara/Stuttgart - Eigentlich haben die etwa 1200 gesetzlich geschützten Sika-Hirsche im Nara-Park keinen Grund zum Ausbüxen. Die Grünanlage in der japanischen Touristen-Hochburg Nara, die nur einen Tagesausflug von den großen Touristenzentren Kyoto und Osaka entfernt liegt, wird jährlich von Millionen Besuchern aufgesucht.

An diversen Ständen können diese eigens für die Tiere hergestellte Hirsch-Cracker (Senbei) aus Reis und anderen Zusatzstoffen erwerben und anschließend an die zutraulichen Tiere verfüttern. Was für die Touristen ein einzigartiges Erlebnis ist, stellt für die Hirsche eine zusätzliche und wichtige Nahrungsquelle dar.

Doch aufgrund der Corona-Krise bleiben derzeit die Besucher aus. Das heißt, die Tiere müssen ihren Hunger auf andere Weise stillen. In Herden streifen die Tiere daher durch die alte Hauptstadt Japans und wagen sich auch in Regionen vor, die sie sonst eher meiden würden.

Dies meldete die japanische Tageszeitung „Tokyo Shimbun“. So wurden die Tiere bereits beim zwei Kilometer entfernten Bahnhof gesehen. Sogar in Wohngebieten würden die Hirsche herumstreunen, um dort den Rasen abzuknabbern und sich über Mülltüten herzumachen.

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