Ein Netzbetreiber möchte den Mobilempfang zwischen den Orten Mönsheim und Iptingen verbessern. Die Gemeinde will aber kein Waldstück hergeben.
Wer von Mönsheim nach Iptingen die schmale und recht kurvige Straße durch das Grenzbachtal fährt, dessen Mobiltelefon zeigt immer weniger Striche beim Empfang an, und hinter der Kläranlage auf Höhe des Grenzbachhofs bleibt, wenn überhaupt, nur noch ein einziger übrig. Das bedeutet, der Handy-Empfang ist dürftig, die Netzabdeckung ist in diesem tief eingeschnittenen Tal kaum vorhanden, vor allem im Bereich der Gemarkungsgrenzen der beiden Gemeinden. Diesem Funkloch will der Netzbetreiber Telefonica/O2 mit dem Bau eines 50 Meter hohen Funkmasts zu Leibe rücken. Als geeigneten Standort hat er dafür ein gemeindeeigenes Waldgrundstück ausgesucht. Doch damit ist die große Mehrheit im Gemeinderat nicht einverstanden.
Weiße Flecken in der Versorgung mit Mobilfunknetzen soll es nach dem Willen der Bundesnetzagentur nicht geben. Die jeweiligen Netzbetreiber müssen dafür sorgen, dass vor allem entlang von Straßen und wichtigen Verkehrswegen Empfang besteht, was etwa bei einem Notfall von großer Bedeutung sein kann. Wo dies nicht der Fall ist, müssen diese Versorgungslücken geschlossen werden. Dazu kann es auch nötig werden, einen neuen Funkmast zu bauen.
Standortsuche erfolgreich
Auf Mönsheimer Gemarkung gibt es bereits mehrere Funkmasten, etwa einen an der Landesstraße 1177 zwischen Mönsheim und Weissach. Dieser liegt zwar oberhalb von Mönsheim, aber der hinter dem Mast liegende nördliche Höhenrücken macht eine Netzabdeckung des darunterliegenden Grenzbachtals technisch nicht möglich. Ähnliches gilt auch für eine weitere Anlage in der Buigenrainstraße, die durch die schwierige topografische Lage mit dem Höhenrücken das tief eingeschnittene Grenzbachtal funktechnisch nicht erreicht.
Der jetzt bei der Gemeinde Mönsheim beantragte Standort auf der nördlichen Talseite im Gewann Mittelberg, südlich des Reiterhofs Popp und nördlich der Kläranlage, sollte zwar im Landschaftsschutzgebiet liegen, was eine Befreiung durch die Naturschutzbehörde erforderlich machen würde. Laut der mit der Suche beauftragten Firma hätte dieser Standort aber den Vorteil, dass er weit genug von der Wohnbebauung entfernt wäre, die Zufahrt auf dem vorhandenen Weg gut und die nötige Stromversorgung noch in einem erträglichen Maße möglich sei. Außerdem sei die Akzeptanz einer solchen Anlage auf einem kommunalen Grundstück größer als etwa auf einem privaten, so argumentiert die beauftragte Firma.
Gemeinde zweifelt an Nutzen-Aufwand-Verhältnis
Doch der Mönsheimer Gemeinderat möchte seinen Wald nicht für einen Sendemast hergeben. Die Mehrheit des Gremiums sah keine Notwendigkeit dafür. „Ich sehe wegen einer 200 Meter langen Versorgungslücke keinen Bedarf für einen weiteren Funkmast“, sagte die Rätin Simone Reusch, Unabhängige Bürgerliste Mönsheim (UBLM). Sie führte vor allem Naturschutzthemen wie Flächenverbrauch, Bodenverdichtung im Wald und benötigte Ausgleichsflächen an, nannte aber auch das Thema einer möglichen Gesundheitsgefährdung durch die Funkstrahlung. Ihr Fraktionskollege Joachim Baumgärtner sagte, man sitzt im Grenzbachtal nicht völlig im Funkloch. Außerdem meinte er, dass der Aufwand für einen neuen Funkturm sehr groß dafür sei, dass in fünf Jahren ohnehin andere Techniken zum Einsatz kämen. Bei zwei Enthaltungen lehnte der Gemeinderat es schließlich ab, eine gemeindeeigene Fläche zur Verfügung zu stellen.