Alles auf Anfang – am 25. Februar muss im Wangener Kinderhaus ein zweites Mal ausgezählt werden. Foto: Horst Rudel

Der Amtsinhaber Daniel Frey kommt bei der Bürgermeisterwahl in Wangen nur auf 40,3 Prozent. Weil Troy Dutta aber die absolute Mehrheit verfehlt, fällt erst in drei Wochen eine Entscheidung.

Wangen - Als das Ergebnis verkündet wird, geht ein Raunen durch das mit mehr als 100 Menschen gefüllte Foyer des Wangener Kinderhauses, in dem die Ergebnisse der Bürgermeisterwahl zusammengelaufen sind. Der amtierende Rathauschef Daniel Frey kommt lediglich auf 40,3 Prozent. Troy Dutta, einer seiner drei Herausforderer, bringt es indes auf immerhin 47,3 Prozent der insgesamt 1803 abgegebenen Stimmen. Die Wahlbeteiligung unter den 2594 Wahlberechtigten liegt bei 69,5 Prozent.

Entschieden ist damit aber noch nicht, wer in den nächsten acht Jahren Bürgermeister von Wangen wird. Denn der 41-Jährige Dutta, der die Ausländerbehörde des Landkreises Göppingen leitet, hat die erforderliche absolute Mehrheit verfehlt. Dafür verantwortlich war in erster Linie Martin Gundelach. Der 36 Jahre alte Betriebswirt aus Nusplingen im Zollernalbkreis konnte elf Prozent der Wähler von sich überzeugen, so dass erst nach dem zweiten Wahlgang am 25. Februar klar sein wird, wer künftig die Geschicke der Schurwaldgemeinde lenkt.

Frey nimmt sich „Bedenkzeit von zwei oder drei Tagen“

Auf die Dauerkandidatin Fridi Miller aus Sindelfingen (Kreis Böblingen) entfielen nur 0,5 Prozent der Stimmen. Ob sie zur zweiten Runde noch einmal antritt, ist offen. Auch Martin Gundelach hat sich noch nicht entscheiden, wie es für ihn weitergeht. Selbst Daniel Frey, dem die Enttäuschung deutlich anzumerken war, möchte das Ergebnis „erst einmal sacken lassen“. Der 40-jährige Amtsinhaber möchte sich zunächst einmal mit seiner Familie besprechen. „Zum Ergebnis möchte ich im Moment noch nichts sagen“, erklärte er. Er bitte um Verständnis für „eine Bedenkzeit von zwei oder drei Tagen“. Er müsse jetzt auch mal nach sich selbst schauen, obwohl er natürlich auch die Verantwortung für die Menschen spüre, die ihn gewählt hätten.

Troy Dutta muss Ergebnisse aus dem Krankenhaus verfolgen

Was er mit diesem Satz meinte, wird bei einem Blick auf die Ereignisse der vergangenen Tage deutlich. Wie berichtet, hatte sich die Hälfte der Gemeinderatsmitglieder kurz vor dem Wahltag in einem offenen Brief, der an alle Haushalte verteilt worden ist, gegen den Schultes gestellt. Dementsprechend war die allgemeine Stimmung unter den Besuchern im Kinderhaus, unter denen auch etliche Rathauschefs aus den Nachbargemeinden waren, äußerst angespannt. Während es einerseits unverhohlene Kritik zu der Aktion der Räte gab, äußerten andere ihre Freude über den „Denkzettel für Frey“, wie ein Gast das Ergebnis nannte.

Troy Dutta wiederum konnte weder eine Stellungnahme zu seinem überraschend guten Ergebnis, noch zu seinen weiteren Plänen abgeben. Der Verwaltungswirt konnte noch nicht einmal zur Auszählung ins Kinderhaus kommen, da er in der vergangenen Woche auf einer Wahlkampftour durch den Ort einen Unfall hatte. Wie ein Mitarbeiter des Wangener Rathauses sagte, liege Troy Dutta mit einer gebrochenen Kniescheibe im Krankenhaus. Das gute Resultat könnte durchaus zu einer raschen Genesung beitragen.

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