So einen prominenten Gegenspieler hatte Josh Symons (li.) bestimmt noch nie: Sprint-Weltstar Usain Bolt Foto: AAP

Usain Bolt, der schnellste Mann der Welt, der langjährige Sprint-Hyperstar, möchte seit einem Jahr Fußball-Profi werden. Nun hat der 32 Jahre alte Jamaikaner in Australien ein Vertragsangebot erhalten – doch das dürfte ihm zu provinziell sein.

Stuttgart - Der Babbel Markus hat’s ja gleich gewusst. Usain Bolt, der schnellste Mann der Welt, der ehemalige Sprint-Hyperstar – ein Fußball-Profi? „Ich habe ihn spielen sehen“, sagte der ehemalige Trainer des VfB Stuttgart kürzlich, „bei aller Liebe, das reicht in 100 Jahren nicht. Als PR-Aktion ist es sensationell. Die A-League erhält durch ihn viel Aufmerksamkeit. Aber ehrlich gesagt, kann ich das nicht ernst nehmen.“ Der Babbel Markus muss es wissen, schließlich ist er Trainer in der australischen A-League bei den Western Sydney Wanderers und damit ziemlich nah dran an „Thunder-Bolt“, an dem jamaikanischen Spätberufenen-Kicker. Denn der 32 Jahre alte 1,95-Meter-Mann versucht sich seit gut einem Jahr mit Ball am Fuß, der australische Erstligist Central Coast Mariners hat den achtmaligen Olympiasieger schließlich ein bisschen unter die Fittiche genommen – vor eineinhalb Wochen erzielte er bei seinem Startelf-Debüt für die Mariners in einem Wohltätigkeitsspiel direkt zwei Tore.

Was also liegt näher, als Mister Bolt zügig unter Vertrag zu nehmen, dachte sich der Mariners-Manager und unterbreitete dem mutmaßlich schnellsten Fußballer dieser Erde ein Angebot, dotiert mit 80.000 Euro Jahresgehalt. 80.000 Euro? Wahrscheinlich dachte Bolt, es handle sich um das wöchentliche Salär, was womöglich akzeptabel gewesen wäre. Aber 80.000 Euro für 365 Tage? Das ist nicht Bolts Welt, der zu seinen Glanzzeiten jährlich mehr als 30 Millionen Euro verdient hat, der als Botschafter von Sportartikelriese Puma pro annum 3,5 Millionen Euro einstreicht. 80.000 Euro, das wäre als hätte der Boxverein Hintertissenstein 1970 dem Superstar Muhammad Ali ein Angebote zum Vereinsbeitritt gemacht und dafür dem Champion dafür jeden Abend ein warmes Vesper im Vereinsheim in Aussicht gestellt. Nein, 80.000 Euro passen nicht in Usains Universum – so dass eigentlich sowohl Gott als auch die Welt damit rechnen, dass der Sprinter einmal herzlich lacht und fluchtartig (also verdammt schnell) das Gelände der Mariners verlässt.

Die einzige Chance, die der australische Club jetzt sieht, um sich Jamaikas berühmtesten Exportschlager (nach Bob Marley) doch noch zu sichern, besteht darin, dass sich ein Sponsor meldet, der das stattliche Salär übernehmen würde. Man munkelt, es solle sich um etwa 1,5 Millionen Euro handeln. Oder aber ein Mariners-Fan startet eine Crowdfunding-Aktion im Internet und bittet die Bewohner Australiens um Spenden für den Vertrag mit Bolt. Wenn jedes der mehr als 100 Millionen Schafe des Landes nur zwei Cent spendet kommt die Summe lässig zusammen. Denn wahrscheinlich haben nur die Schafe in Australien noch nicht kapiert, was der Babbel Markus über den Bolt Usain gesagt hat.

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