Die Deutsche Bahn weiß mit ihren vielen Immobilien einfach nichts anzufangen, kommentiert unser Autor Eberhard Wein. Dabei ist die Idee, Fotovoltaikanlagen auf den Bahnhofsdächern zu installieren, eigentlich recht naheliegend.
Stuttgart - Das Vorzeigeprojekt liegt weit oben im Norden bei Plau am See in Mecklenburg-Vorpommern. Dort hat gerade ein 90 Hektar großer Solarpark eröffnet, der exklusiv die Deutsche Bahn mit grünem Strom beliefert. Man setze damit konsequent den Weg fort, den Ökostromanteil zu steigern, heißt es bei der DB stolz.
Nicht nur der Windstrom kommt also aus Norddeutschland, sondern offensichtlich zunehmend auch der Solarstrom. Auf die nahe liegende Idee, die eigenen Liegenschaften zu nutzen, um ihren Stromhunger auch dezentral zu stillen, ist man bei der Bahn hingegen anscheinend noch nicht gekommen. Auf keinem einzigen Bahnhofsdach im Südwesten ist eine Fotovoltaikanlage installiert.
Strom aus dem Norden
Nun ist die DB ein Verkehrsunternehmen und kein Energieerzeuger. Doch das Problem liegt woanders: Zum einen hat sie kein langfristiges Konzept, wie sie überhaupt ihre vielen Liegenschaften nutzen will – auf dem Dach und auch darunter. Zum Zweiten ist der Schienengigant unbeirrt auf große Lösungen fixiert. So wie in Plau am See oder demnächst in Wasbek in Schleswig-Holstein: Dort entsteht gerade der nächste Solarpark im hohen Norden, 70 Fußballfelder groß.