Noch ist wegen des knappen Impfstoffs nicht viel los im Kreisimpfzentrum in der Waiblinger Rundsporthalle. Foto: Gottfried Stoppel

Der Sozialminister erteilt der Forderung der Landräte aus dem Rems-Murr-Kreis und aus Böblingen nach einem Sonderkontingent eine Absage: Beide Kreise seien in Sachen Corona-Impfmöglichkeit in einer vergleichsweise komfortablen Situation.

Rems-Murr-Kreis - Es wird vorerst nicht mehr Corona-Impfstoff für den Rems-Murr-Kreis geben. Das geht aus einer Antwort des Sozialministers Manfred Lucha auf eine Anfrage des Backnanger Landtagsabgeordneten Gernot Gruber hervor. Gruber hatte sich einer Initiative der Landräte Richard Sigel (Rems-Murr-Kreis) und Roland Bernhard (Böblingen) angeschlossen. Die beiden Kreischefs hatten moniert, dass bei der Zuteilung der Impfstoff-Kontingente die Einwohnerzahl der jeweiligen Regionen nicht berücksichtigt werde. Ihre beiden bevölkerungsreichen Landkreise müssten mit der gleichen Ration auskommen wie etliche deutlich kleinere im Land. Sechs Stadt- und Landkreise seien mit jeweils zwei Impfzentren ausgestattet worden, darunter auch Esslingen und Ludwigsburg – mit der Konsequenz, dass ihnen die doppelte Menge an Impfstoff zur Verfügung stehe. Die Grenze für ein zweites Impfzentrum war vom Land bei einer Bevölkerungszahl von rund einer halben Million Einwohner gezogen worden. Der Rems-Murr-Kreis liegt mit 427 000 nur knapp darunter.

Kein zweites Kreisimpfzentrum

Weder die Forderung nach einem zweiten Impfzentrum zur Versorgung des Backnanger Raums noch die nach einem etwaigen Sonderkontingent wird wohl erhört werden. Die Zahl der kommunalen Impfzentren müsse „aufgrund organisatorischer und logistischer Fragen begrenzt sein“, heißt es in der Erläuterung, die Lucha (Grüne) an den SPD-Abgeordneten Gruber schreibt. Gleichwohl sieht er für die beiden Landkreise offenkundig keinen Grund zur Klage. Als Teil des Ballungsraums Stuttgart befänden sich diese schließlich in einer „vergleichsweise komfortablen Situation“. Die Bürger könnten sich dank der freien Wahlmöglichkeit auch jenseits der Kreisgrenze impfen lassen – Rems-Murr-Bürger etwa nächstgelegen in den Zentralen Impfzentren am Robert-Bosch-Krankenhaus und in der Liederhalle in Stuttgart. Gleiches gelte für die jeweils zwei Kreisimpfzentren in den angrenzenden Landkreisen Esslingen und Ludwigsburg.

Mobile Teams verstärkt in Rems-Murr und Böblingen unterwegs

Zudem, so Lucha, habe sein Ministerium bereits mit den Zentralen Stuttgarter Impfzentren abgestimmt, dass deren mobile Teams verstärkt in den angrenzenden Landkreisen unterwegs sein würden, in denen es nur ein Impfzentrum gebe. Für den Rems-Murr-Kreis habe das Robert-Bosch-Krankenhaus dies auch zügig umgesetzt: Bereits mit allen 42 Pflegeheimen, die dem RBK zugeordnet sind, seien Termine vereinbart worden. In 28 davon sei die Erstimpfung bereits abgeschlossen, 35 Personen hätten schon ihren zweiten Piekser erhalten.

Gleichwohl räumt Lucha auch ein: „Es ist eine schwer zu lösende Aufgabe, ein so knappes Gut, wie der Impfstoff derzeit noch ist, möglichst gerecht zu verteilen.“ „Graduelle Unterschiede“ in der Zahl der Geimpften seien in dieser Anfangsphase „leider nicht ganz zu vermeiden“.

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