Da die Wahl nun abgebrochen werden musste, wird es 2019 kein Jugendwort des Jahres geben. Foto: dpa/Peter Kneffel

Habibi, Bratan oder Alman? 2019 wird es erstmals kein Jugendwort des Jahres geben. Bereits letzte Woche versuchten Hacker, die Online-Abstimmung zu manipulieren. Nun wurde die Wahl wegen anhaltender Attacken komplett abgesagt.

Hamburg - Habibi, Bratan oder Bro, Gönnjamin, safe standen unter anderem zur Auswahl bei der Wahl des Jugendworts 2019. Doch damit ist nun Schluss. „ Nun haben es offenbar einige Leute geschafft, dafür zu sorgen, dass die Wahl zum Jugendwort des Jahres abgebrochen werden muss“, schreibt Betreiber Marcel auf seiner Facebook-Seite, auf der er über die Wahl auf dem Laufenden gehalten hatte. Die Jugendwort des Jahres-Seite ist down, dort wird nur „Feierabend – das Voting ist beendet“ angezeigt.

„Seit gestern Abend sind mein Kollege und die Voting-Seite dem Dauerfeuer von Bot- und Hackerangriffen ausgesetzt“, erklärt Betreiber, der seinen Nachnamen nicht preisgeben will, nun den Abbruch der Wahl. Und räumt selbst einen Fehler ein: „Wir haben die Seite ohne Anmeldung gebaut, damit möglichst viele von euch abstimmen können ohne ihre persönlichen Daten preisgeben zu müssen.“ Dadurch war das Sicherheitsniveau der Seite natürlich nicht sonderlich hoch, doch an Hacker-Attacken hatten er und sein Kollege, den er namentlich nicht nennen will, nicht gedacht.

Hacker attackierten auch Medienagentur

In seinem Statement bedankt sich der Betreiber außerdem für die kostenlose technische Betreuung der Seite durch seinen Kollegen. Dieser hatte sogar mit Angriffen auf seine Medienagentur zu kämpfen, so Marcel. „Da er mit der Veranstaltung außer dem technischen Support nichts zu tun hat, kann ich nicht verantworten, dass die Medienagentur seines Kollegeangegriffen wurd und ihm dadurch ein finanzieller Schaden entsteht, weil er nicht arbeiten kann.“ Für die, die sich auf ein Ergebnis gefreut hatten, tut es Marcel leid. Ob er Veranstaltungen dieser Art zukünftig weiterhin kostenlos organisieren wird, muss er sich noch überlegen.

Er selbst findet es mehr als traurig, dass eine Spaßveranstaltung Menschen dermaßen triggert – und kommentiert ironisch: „Vielleicht sollte ich einfach bestimmen, dass getriggert gewonnen hat.“ Das Wort lag zumindest kurz vor der Einstellung der Abstimmung weit vorne.

Wort wurde komplett ausgeschlossen

Erst am Dienstag erzählte der Betreiber von der Hacker-Attacke und warum er das Wort Buttergolem aus der Wahl ausschließen musste. „Da haben auf einmal innerhalb von zehn Minuten tausende von ausländischen Rechnern für ein Wort abgestimmt“, erklärt er – „und zwar für Buttergolem.“ Das kam Marcel und seinem Kollege merkwürdig vor, sie vermuteten, jemand habe ein Script programmiert, mit dem automatisch für Buttergolem abgestimmt werde. „Wir verwalten die Seite ehrenamtlich, das Problem zu beheben wäre zeitlich gar nicht möglich gewesen“, erklärt er. Also flog Buttergolem aus der Abstimmung.

Marcel ist es, der die Wahl auf der Seite von „Jugendwort-des-Jahres“ veranstaltet hat. Der 26-Jährige ist großer Fan der Jugendwort-Wahl – und wollte nicht, dass die Wahl in diesem Jahr ausfällt. „Ich habe mich bei Langenscheidt erkundigt, ob die Wahl ausfällt und als die das bestätigten, habe ich gebeten, sie selbst veranstalten zu dürfen.“ Langenscheidt genehmigte das – sodass sich Marcel und sein Kollege, der sich um alles technische kümmerte, an die Arbeit setzten. Vier Wochen hatten die beiden Vorlauf, dann stand die Homepage und aus den über 4000 Einsendungen war die Abstimmung gebaut. Wie es die nächsten Jahre weitergeht und ob Langenscheidt die Wahl wieder veranstaltet, ist unklar.

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