In Backnang soll eine neue Sporthalle gebaut werden, Kosten: rund 13 Millionen Euro (Symbolbild). Foto: dpa/Hauke-Christian Dittrich

Die Backnanger Demokraten ziehen ihren Antrag auf einen Bürgerentscheid über den Neubau der Karl-Euerle-Halle zurück. Auch die anderen Kritiker des Baubeschlusses rudern zurück.

Backnang - In Backnang soll die 50 Jahre alte Karl-Euerle-Sporthalle abgerissen und durch einen Neubau ersetzt werden. Das hat der Gemeinderat zwar längst beschlossen, doch in den vergangenen Monaten hatten mehrere Stadträte den Ende 2016 gefällten Beschluss immer wieder in Frage gestellt. In der jüngsten Sitzung haben die Kommunalpolitiker nun signalisiert, dass sie doch am Neubaubeschluss festhalten wollen. Die Backnanger Demokraten haben daraufhin ihren Antrag auf einen Bürgerentscheid zurückgezogen. Und auch die anderen Kritiker des Baubeschlusses sind zurückgerudert.

Die Planung sieht vor, dass die alte Halle noch bis Ende 2020 von den Schulen und den Vereinen genutzt wird, dann sollen die Abrissbagger anrücken. Die neue Sporthalle solle im September 2022 in Betrieb gehen, erklärte der Baudezernent Stefan Setzer. Für die Zwischenzeit müsse eine Interimslösung gefunden werden.

Bei einem anderen Neubauprojekt sparen?

Der Oberbürgermeister Frank Nopper hatte kritisiert, dass die Kritiker den Bau der Halle und die geplante Erhöhung der Grund- und Gewerbesteuersätze in einen Zusammenhang brächten, aber „das hat nichts miteinander zu tun“. Bei den Beratungen der Finanzplanung für die nächsten Jahre vor ein paar Wochen hatten mehrere Stadträte erklärt, dass sie die geplanten Investitionen nochmals auf den Prüfstand stellen wollten. Sie übten Kritik am Vorhaben der Verwaltung, an der Steuerschraube zu drehen. Die Kommune will in den nächsten Jahren insgesamt rund 90 Millionen Euro investieren.

Michael Malcher (AfD) hatte erklärt: „Wir machen nicht mit.“ Notfalls müsse halt „die eine oder andere Maßnahme“ weggelassen werden. Willy Härtner (Grüne) hatte mit Blick auf die Schulden erklärt: „Wollen wir das?“ Auch er nannte eine Alternative: „Große Posten zurückstellen.“ Der Neubau der Karl-Euerle-Halle ist der größte Einzelposten. Nun indes sagte Malcher: „Wir sind für die Halle.“ Sein AfD-Kollege Steffen Siggi Degler erklärte allerdings, dass bei dem ein oder anderen Neubauprojekt gespart werden müsse, womöglich bei der geplanten Sanierung des Bahnhofsareals.

CDU: Jede Verzögerung würde Geld kosten

Die Vertreter der Stadtverwaltung haben jetzt in der Sitzung noch einmal eindringlich für den Neubau der Halle geworben. Eine Generalsanierung der alte Halle würde deutlich mehr Geld kosten, nämlich rund 15 Millionen Euro statt 13 Millionen für den Neubau der alten Halle inklusive des Abbruchs. Zudem sei die neue Halle kostengünstiger zu betreiben. Die Schulen und die Sportvereine in Backnang hätten sich für den Neubau ausgesprochen. Nopper sagte: „Der Zug fährt bereits“, es seien schon 165 000 Euro für die Planung des Neubaus ausgegeben worden, und das Land gewähre einen Baukostenzuschuss in Höhe von 600 000 Euro.

Die CDU-Fraktionsvorsitzende Ute Ulfert sagte, die Zeit für den Neubau sei „mehr als reif“. Jede Verzögerung würde Geld kosten. Ganz ähnlich äußerte sich ihr Kollege Heinz Franke von der SPD.

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