Viel Platz im Terminal: das Angebot am Stuttgarter Flughafen liegt deutlich unter dem Vorkrisenniveau. Foto: Lichtgut/Leif / Piechowski

Der Flughafen Stuttgart erholt sich von der Corona-Krise vergleichsweise langsam. Nach aktuellen Zahlen des Bundesverband der Deutschen Luftverkehrswirtschaft zählt er zu den Schlusslichtern in Deutschland.

Der Stuttgarter Flughafen kommt nur langsam aus dem Corona-Tief heraus. Dass sich an diesem Befund auch im Jahr 2025 wenig ändern wird, legen Zahlen nahe, die der Bundesverband der Deutschen Luftverkehrswirtschaft (BDL) nun veröffentlicht hat. Beim BDL schaut man sich regelmäßig die veröffentlichten Flugpläne an und und analysiert das Angebot für Fluggäste.

 

Angebot unter Vorcorona-Niveau

Diese Auswertung belegt aktuell, dass sich der Stuttgarter Flughafen schwer tut mit der Erholung nach dem coronabedingten Einbruch der Passagierzahlen. Als Vergleichsjahr muss wie so oft 2019 herhalten, das letzte Jahr ohne Einschränkungen wegen der Pandemie. Während die großen deutschen Verkehrsflughäfen im ersten Halbjahr 2025 wieder bei durchschnittlich 86 Prozent der zwischen Januar und Juni 2019 angebotenen Sitzplätze in den Flugzeugen angekommen sind, weist die BDL-Analyse für Stuttgart nur einen Wert von 70 Prozent aus.

Damit bildet der Manfred-Rommel-Airport zusammen mit dem Flughafen Berlin (ebenfalls 70 Prozent) und dem Flughafen Dresden (40 Prozent) das Trio am Ende der Wachstumsskala. Eine Flughafen-Sprecherin in Stuttgart bestätigt die BDL-Werte. „Die in der Meldung des BDL für den Flughafen Stuttgart genannten 70 Prozent an angebotenen Sitzplätzen entsprechen in etwa dem aktuellen Planungsstand für die kommenden Monate.“

Rückgang beim innerdeutschen Verkehr

Die Sprecherin ordnet den Befund aus Sicht der Flughafengesellschaft Stuttgart ein. „Das Basisjahr 2019, das hier für die Vergleiche zugrunde liegt, war ein Rekordjahr, bei dem die Kapazitäten des Systems regelmäßig völlig ausgeschöpft wurden.“ Sie räumt ein, dass Stuttgart „im bundesweiten Vergleich nicht so weit vorne wie andere Airports“ liege. Gründe dafür seien das „veränderte Reiseverhalten von Businesspassagieren und ein drastischer Rückgang innerdeutscher Verbindungen. Gleichzeitig sehen wir, dass die private Nachfrage kontinuierlich stark steigt“.

Allerdings ist dieser Anstieg zuletzt nicht so stark ausgefallen, wie am Landesflughafen erhofft. Für das abgelaufene Jahr meldete die Betreibergesellschaft 9,1 Millionen Passagiere – womit das selbst gesteckte Ziel von 9,4 Millionen Fluggästen verfehlt wurde. Setzt man abermals das Jahr 2019 als Vergleichsmaßstab an, wird die Lücke deutlich: damals wurden 12,7 Millionen Passagiere abgefertigt.

Deutschland hinkt hinterher

Auch wenn Stuttgart der bundesweiten Entwicklung hinterherhinkt, hat der Flughafen auf den Fildern die eher zaghafte Rückkehr der Kundschaft nach den Pandemiejahren nicht exklusiv. Der gesamte deutsche Luftfahrtmarkt kommt verglichen mit den europäischen Nachbarn nur langsam in Fahrt. Im Ausland ist die Branche weiter, das Sitzplatzangebot in Europa übertrifft das Vorkrisen-Niveau laut BDL inzwischen um sieben Prozent.