Beim Kollegen zur Weihnachtsfeier eingeladen und noch kein Geschenk? Experten geben Tipps, damit die Bescherung kein Reinfall wird. Foto: Fotolia/© Syda Productions

Dem Kollegen eine Flasche Wein, den Eltern ein Theater-Abo und der Ehefrau eine neue Handtasche – so sehen die Geschenkelisten bei vielen Bundesbürgern aus. Doch wie findet man den passenden Wein, darf man das Abo bei Nichtgefallen auch zurückgeben und was, wenn die Handtasche chemisch behandelt ist und allergische Reaktionen verursacht? Experten geben Tipps und sagen, was beim Einkauf und Umtausch zu beachten ist.

Bücher und E-Books

Geschenke sind ökonomischer Unsinn“, sagt der amerikanische Wirtschaftswissenschaftler Joel Waldfogel. Denn: Oft greift man beim Geschenk daneben. ­Damit einem das mit Büchern nicht ­passiert, verschenkt Waldfogel nur Werke, die er selbst zuvor gelesen und gemocht hat. „Mit einer solchen Auswahl schafft man einen Mehrwert.“ Da Buchhändler viel lesen, sind auch sie eine gute Quelle für Büchertipps.

Trifft man dennoch die falsche Wahl, ist ein Umtausch meist kein Problem. Am besten bewahrt man dazu den Kassenbon auf oder zahlt mit EC-Karte, um den Kauf später beweisen zu können. Viele Buchhandlungen sind selbst dann kulant beim Umtausch, wenn eine vorhandene Schutzfolie bereits entfernt wurde. Wer seine ­Bücher im Internet bestellt, hat ein ­Widerrufsrecht von 14 Tagen. Wurde ein Buch in Folie verschweißt geliefert, muss es auch so wieder zurück.

Auch für E-Books gilt das Widerrufsrecht, es kann jedoch mit Beginn des Downloads erlöschen. Außerdem muss man beim Kauf darauf achten, dass das Nutzungsrecht beim E-Book meist an eine einzelne Person gebunden ist – und deshalb den Namen des Beschenkten ­angeben. (mar)

Spielwaren

Grundsätzlich finden Kinder Überraschungen toll – wenn man sie vorher genau beobachtet und weiß, was zu ihnen passt, sagt Ingetraud Palm-Walter vom Verein „spiel gut“. Wer als Opa oder Tante keine Idee hat, kann sich am „spiel gut“-Siegel orientieren: Es klebt auf Spielzeug, ­welches die Fantasie anregt, vielfältige Spielmöglichkeiten bietet, Raum zum ­Experimentieren lässt und so robust ist, dass es auch Geschwisterkinder noch erben können. Eine Liste findet sich unter www.spielgut.de.

Ob Schadstoffe in Spielzeug enthalten sind, kann der Verbraucher beim Kauf meist nicht erkennen – es sei denn, das Kuscheltier riecht streng nach Chemie oder das Plastikauto verliert bei der Probefahrt gleich ein Rad. Der Preis kann eine Orientierungshilfe für die Qualität sein. „Bei einer Puppe für einen Euro muss einem klar sein, dass vielleicht nicht alle rechtlichen Regelungen für Schadstoffe eingehalten wurden“, sagt Kristina Pötter, zuständig für Spielzeug beim Landesuntersuchungsamt Rheinland-Pfalz. Eine aktuelle Auflistung mit Spielzeugen, von denen konkrete Gefahren ausgehen, gibt es unter www.eu-info.de/leben-wohnen-eu/spielzeug/listen. (mar)

Handtaschen

Es ist schon fast eine Volkswahrheit, dass man vielen Frauen mit einer schönen Handtasche eine Freude machen kann – so auch an Weihnachten. Wer Qualität verschenken will, ist im Fachgeschäft gut aufgehoben, sagt Claudia Schulz vom Bundesverband der Schuh- und Lederwarenindustrie. „Die Verkäufer wissen, woher das Leder kommt und welche Schadstoffe enthalten sein können.“

Bei der Auswahl der Tasche hilft es, sich zu überlegen, wofür sie genutzt wird: soll sie ein schicker, aber auch funktionaler Begleiter für den Alltag sein oder für besondere Anlässe. Bevor eine Handtasche gekauft wird, sollte der Verbraucher einen genauen Blick auf Nähte und die Reißverschlüsse werfen. Sie sind ein Indiz für die gute Verarbeitung. „Auch die Unterteilung der Innentaschen ist wichtig. So lassen sich Gegenstände gut einsortieren und schneller wiederfinden“, sagt Schulz. Die richtigen Pflegetipps bekommt man im Fachgeschäft auch dazu. Bei teuren Markentaschen erhält man ein Zertifikat, welches die Echtheit garantiert. (wyr)

Kosmetik und Parfum

Ein Klassiker unter den Geschenken ist das Parfum. Aber leider kann man bei der Auswahl des Dufts schnell daneben greifen. Deshalb ist es besonders wichtig zu wissen, ob man das Geschenk problemlos umtauschen kann. Martin Ruppmann vom VKE-Kosmetikverband rät Verbrauchern vor dem Kauf nach den Umtauschrechten zu fragen: „In Fachgeschäften ist man oft kulanter und der Umtausch ist einfacher als bei einem reinen Online-Shop.“

Mitarbeiter im Fachgeschäft können auch über Inhaltsstoffe informieren – was für Allergiker sehr wichtig ist. Und es gibt einen weiteren Vorteil: Unter dem Christbaum liegt das original Parfum und nicht ein gepanschter Duft mit nachgemachtem Logo. (wyr)

Gutscheine und Geld

Geld ist in Prinzip das perfekte Geschenk: Denn damit kann sich der Beschenkte ­genau das kaufen, was ihm gefällt. ­„Leider gilt es als stillos und ist dem Empfänger peinlich“, erklärt der amerikanische Wirtschaftswissenschaftler Joel Waldfogel. Das mindert Freude und Zufriedenheit – weswegen Waldfogel in Umfragen herausgefunden hat: Schenkt man jemandem 100 Euro, dann ist die Freude, die man erzielt, nur etwa so groß als hätte man 80 Euro verschenkt.

Besser fährt man mit einem Gutschein: Er lässt sich vom Beschenkten ähnlich ­flexibel einsetzen wie Bargeld, ist aber nicht mit dem Stigma belastet, stillos zu sein. Kommt der Gutschein beim ­Beschenkten nicht an, kann er ihn übrigens weitergeben: Selbst Gutscheine, die namentlich ausgestellt wurden, dürfen Dritte einlösen. (mar)

Essen und Trinken

Beim Kollegen zur Weihnachtsfeier eingeladen und noch kein Geschenk? Wer jetzt zur Flasche Wein greifen möchte, sollte sich zuvor fragen, wie gut man den Geschmack des Beschenkten wirklich kennt. „Ein Wein eignet sich nicht als Verlegenheitsgeschenk“, sagt Peter Gebler, der an der Deutschen Wein- und Sommelierschule in Koblenz unterrichtet. Die Chance, bei der Auswahl einen Treffer zu landen, ist nicht sehr hoch: Was, wenn man einen trockenen Rotwein eingepackt hat, der Beschenkte aber eher liebliche Weißweine bevorzugt? Gebler rät daher, lieber einen Sekt oder Schaumwein zu kaufen. „Mit einem trockenen deutschen Winzersekt oder – wenn’s auch etwas teurer sein darf – einem Champagner macht man meist nichts falsch.“ Gute Erzeugnisse erhält man schon ab zehn Euro. (wa)

CDs und DVDs

Statt „O du fröhliche“ lieber ein rauchiges „Hello“ der britischen Künstlerin Adele? Oder lieber „Drei Nüsse für Aschenbrödel“ auf DVD gebannt – zum Immer-wieder-Gucken. Hübsch verpackte Silberlinge sind noch immer der Renner an Heiligabend. Ärgerlich ist es allerdings, wenn die verschenkte CD im Abspielgerät stumm bleibt. Das liegt dann meist am Kopierschutz. Da CDs und DVDs aber trotz Sicherung auf jedem herkömmlichen Abspielgerät funktionieren müssen, kann der Käufer in diesem Fall den gezahlten Kaufpreis vom Händler zurückfordern. „Er muss allerdings nachweisen, dass die Scheibe beim Abspielen streikt und nicht etwa der CD-Player“, heißt es bei der Verbraucherzentrale Sachsen. Wenn sich DVDs nicht abspielen lassen, kann das auch am Ländercode liegen. Stimmen die Codezahlen nicht überein, gibt es weder Bild noch Ton. Das kann beispielsweise passieren, wenn die DVD in den USA gekauft wurde, der DVD-Player aber aus Deutschland stammt. „Nur Code-0-DVDs und Code-free-DVDs lassen sich überall abspielen“, so die Verbraucherschützer.

Ist man sich nicht sicher, ob der Beschenkte die CD oder die DVD schon hat, sollte man beim Kauf auf eine Versiegelung achten, raten die Verbraucherschützer. Denn dann ist ein Umtausch zumindest beim Online-Handel möglich. Vorsicht: Ein gesetzlich verbrieftes Recht auf Umtausch gibt es in Geschäften nicht. Umtausch ist Kulanzsache. Für den Einkauf im Laden gilt der Grundsatz: Gekauft ist gekauft. (wa)

Abos und Tickets

Eigentlich wollte die Oma ihrem Enkel mit dem Ticket zum Heavy-Metal-Konzert eine Freude machen. Nur hat sich leider der Musikgeschmack des jungen Mannes geändert – er hört jetzt lieber wieder Rock. Was geschieht aber mit dem Ticket? Zurückgeben kann man es nicht, aber in verschiedenen Internetforen weiterverkaufen. Nachteil ist aber, dass die Tickets nicht zum Originalpreis verkauft werden.

Abonnements sind meist nicht umtauschbar – wie das Beispiel des Staatstheaters Stuttgart zeigt: Es gibt aber zwei Möglichkeiten, wenn man am Spieltermin keine Zeit hat oder das Stück nicht sehen möchte. Der Aboausweis ist übertragbar und kann an Freunde und Nachbarn ausgeliehen werden. Einige Vorstellungen können auch gegen andere getauscht werden. Das geht aber nicht spontan an der Abendkasse. Wer sich unsicher ist, ob der Beschenkte ein Kandidat für ein Abo ist, verschenkt vielleicht erst mal einen Gutschein. (wyr)

Schmuck und Uhren

Ein bisschen Bling-Bling unter dem Weihnachtsbaum kann es schon sein. Schmuck und Uhren gehören immer noch zu den beliebtesten Geschenken. Damit am Weihnachtsabend nicht nur die Schmuckstücke, sondern auch die Augen strahlen, empfiehlt Joachim Dünkelmann vom Bundesverband der Juweliere, Schmuck- und Uhrenfachgeschäfte die persönliche Beratung im Schmuckgeschäft. „Die Experten beraten und bieten eine Auswahl an Schmuckstücken.“ Außerdem können sie garantieren, dass Edelsteine echt sind. Für die Beurteilung der Steine gelten die Regeln der vier C: Colour für die Farbe, Carat für das Gewicht, Clarity für die Reinheit und Cut für den Schliff. Ein Laie kann diese Beurteilung aber nicht vornehmen. Dünkelmann sieht im Fachhändler einen weiteren Vorteil: „Wenn das Schmuckstück nicht gefällt und passt, kann es leichter umgetauscht werden als beim Online-Händler.“ In jedem Fall sollte sich der Kunde den sogenannten Schmuckpass aushändigen lassen. In diesem Zertifikat wird die Echtheit und der Wert des Schmuckstücks festgehalten. Im Fall eines Diebstahls kann man es bei der Versicherung einreichen.

Wer eine Uhr verschenken will, sollte überlegen, für welchen Anlass sie gedacht ist und wie der Kleidungsstil des Beschenkten aussieht. Der Stil der Uhr kann klassisch sein, das Armband oder Ziffernblatt dann aber in einer Trendfarbe. (wyr)

Unterhaltungselektronik

Wer anderen mit elektronischem Hightech eine Freude machen will – aber auch sich selbst –, sollte mit dem Schenken bis nach Weihnachten warten: So hat das Vergleichsportals guenstiger.de Daten und Analysen aus dem Jahr 2015 ausgewertet und rät daher, erst im Januar auf Schnäppchentour zu gehen. Denn da sei insbesondere die Unterhaltungselektronik am günstigsten – etwa Tablets, die ja schon im Vorjahr in Sachen Unterhaltungselektronik am meisten verschenkt wurden. Die Stiftung Warentest hat daher in diesem Jahr fünf Tipps zusammengestellt, worauf man beim Kauf eines Tablets unbedingt achten sollte: Die Wahl des Betriebssystems gehört da unbedingt dazu. Beispielsweise ist die Kommunikation zwischen Tablet und PC mit Android einfacher als mit iOS. Problematisch ist, dass nicht alle Tablet-Anbieter auf das neuste System setzen: „Ein veraltetes Betriebssystem kann Sicherheitslücken haben“, warnen daher die Tester. Das iOS-Betriebssystem gilt da als sicherer. Wer das Tablet vor allem unterwegs zum Surfen nutzen möchte, sollte ein Gerät wählen, das Datenübertragungen via UMTS oder LTE beherrscht. Auch ein starker Akku ist von Vorteil. Für zu Hause reichen reine WLAN-Modelle, die auch ruhig ein größeres Display haben dürfen – etwa mehr als 22 Zentimeter in der Diagonalen. Empfehlenswert sind Modelle, die einen erweiterbaren Speicher zulassen. So muss man keine Daten löschen. Welche Modelle diesen Merkmalen am ehesten entsprechen, zeigt die Dezember-Ausgabe der Zeitschrift „Test“ der Stiftung Warentest oder der Bericht im Internet, www.test.de. (wa)

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