Susanne Becker ist froh, ihren Schnuffel wieder bei sich zu haben. Foto: Caroline Holowiecki

Der Kater von Susanne Becker ist in Stuttgart-Sillenbuch auf eine riesige Fichte geklettert – und saß fest. Nach 48 Stunden beendete die Höhenrettung der Feuerwehr das Tierdrama und holte den patschnassen Klettermaxe vom Baum.

Sillenbuch - Seine sieben Leben hat Kater Schnuffel immer noch. Aber mindestens eines hätte er jüngst fast eingebüßt. Die Katze aus Alt-Sillenbuch hat wohl oder übel 48 Stunden im Wipfel einer etwa 15 Meter hohen Fichte verbracht, weil sie allein nicht runterkam. Die Höhenrettung der Degerlocher Feuerwehr musste anrücken und den kleinen Klettermaxe aus seiner misslichen Lage befreien.

Am Montag vor einer Woche war der fünf Jahre alte Schnuffel, der sonst so zuverlässig ist, verschwunden. „Abends war das Fressen vom Tag noch da. Da dachte ich schon, es könnte ein Problem geben“, sagt Susanne Becker, die Besitzerin. Nachfragen bei Tierärzten ergaben nichts. Am Dienstagabend begab sich das Frauchen mit Nachbarn auf die Suche. Sie klapperte am Wehinger Weg mit dem Schlüsselbund, denn darauf horcht der Kater. „Plötzlich schreit es wie am Spieß“, erinnert die Halterin sich, und zwar aus dem höchsten Baum weit und breit. Wie das Haustier da hochkam und was es dort wollte, ist unklar. „Er klettert eigentlich wenig“, sagt Susanne Becker über Schnuffel. Sie vermutet, dass er Tauben nachgesprungen sein könnte, denn mit denen habe er es nicht so.

Alle Lockversuche sind gescheitert

Runter ging es jedenfalls nicht mehr, eigene Rettungs- oder Lockversuche scheiterten. „Ich habe dann gesagt, jetzt rufe ich die Feuerwehr, das wird nichts.“ Die kam auch aus Degerloch – musste aber alsbald wegen der einbrechenden Dunkelheit unverrichteter Dinge abrücken.

Die Nacht auf Mittwoch machten Susanne Becker und ihr Mann kein Auge zu, „wir haben ständig nur darauf gehört, ob die Katzenklappe geht“. Am Morgen, nach einer Regennacht, krallte sich der Kater immer noch maunzend im Baum fest. Die Feuerwehr kam ein zweites Mal, diesmal mit Spezialkräften der Höhenrettung. Susanne Becker ist voll des Lobes. Die Helfer seien sehr hilfsbereit, ermutigend und freundlich gewesen. „Die haben gesagt, die machen das nicht zum ersten Mal.“

Die Katze will nach wie vor auf Tour gehen

Tatsächlich gehört die Rettung von Tieren in Not zu den originären Aufgaben der Feuerwehr. Susanne Becker hat sich im Nachgang erklären lassen, dass der Befreier ihrer Katze sich mehrfach mit Seilen und Spezialgerätschaften gesichert hatte und oben angekommen den patschnassen Schnuffel in eine Fangtasche hatte stürzen lassen. „Ich habe nicht geguckt, ich konnte das nicht sehen“, sagt sie. Anderthalb Stunden etwa habe die Bergung gedauert.

Schnuffel geht es nach seinem Abenteuer gut. Etwas Harz klebt noch in seinem Fell, und anhänglicher als sonst ist er auch, sagt seine Halterin Susanne Becker. Lange Ausflüge unternimmt der Kater aktuell jedoch nicht. Zum Stubenhocker wird der Stubentiger dennoch nicht werden. Schnuffel liebt seine Streifzüge, und verwehren will Frauchen ihm die nicht. Sie lächelt. „Dass er noch mal auf einen Baum geht, glaube ich nicht.“

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