Katze Mausi wird seit mehr als einem Monat vermisst. Foto: Tina Feihl

Mitte April verschwindet in München eine Katze. Die Tiersuchhilfe ist überzeugt, dass sie in ein DHL-Fahrzeug gestiegen ist und inzwischen überall sein könnte – auch in Stuttgart. Aber woher wissen die Tierfreunde das und wie sollen sich potenzielle Finder verhalten?

München/Stuttgart - Die getigerte Katze Mausi kann inzwischen überall sein, da ist sich die Tiersuchhilfe München sicher. Denn das einjährige Tier ist auf dem DHL-Gelände an der Arnulfstraße in München-Neuhausen offenbar in ein Fahrzeug des Brief- und Paketdiensts gestiegen. Woher die Tierfreunde das wissen? – „Nachdem die Suche mit Flyern erfolglos verlief, haben wir mehrmals Suchhunde eingesetzt. Und die haben immer wieder das Gelände eingekreist“ sagt Susanne, die Beraterin und Suchhundeführerin bei der Tiersuchhilfe ist.

Dort sei Mausis Spur „dann quasi abgerissen“ und das sei in der Regel ein Indiz dafür, dass ein Tier in ein Fahrzeug gestiegen ist. Seit mehr als einem Monat wird die junge Katze vermisst und ihre Besitzerin sei „furchtbar verzweifelt“, heißt es in dem Facebook-Aufruf der Tierfreunde.

„Sie könne auch in Berlin gelandet sein“

Was die Suche so schwierig macht: „Bei uns wurden immer wieder Sichtungen um das DHL-Zentrum herum gemeldet. Es kann sich dabei um eine Doppelgängerin gehandelt haben, es kann aber auch sein, dass Mausi noch dort war und irgendwann in ein Fahrzeug eingestiegen ist“, erklärt Susanne. Und weil die Tierretter nicht eingrenzen können, wann die Reise für die Katze begonnen hat, ist auch nicht klar, wohin sie ging. „Der Schichtleiter meinte, sie könne auch in Berlin gelandet sein“ – oder eben in Stuttgart.

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Dass sich Katzen unfreiwillig auf eine Reise begeben, passiere immer wieder, sagt Susanne – weil Katzen einfach neugierig seien. „Wir hatten mal einen ähnlichen Fall, da haben uns die Hunde zu einer Baustelle in München geführt“, erimnnert sie sich. Ein aufmerksamer Bauarbeiter habe das Tier schließlich in Landshut wiedererkannt, wo das Baustellenfahrzeug täglich hingefahren sei. Jetzt hoffen die Tierfreundin und ihre Kolleginnen, dass alle Menschen in der Bundesrepublik ihre Augen nach Mausi offenhalten – und ihre Geschichte ein ebenso glückliches Ende nimmt.

Chips bringen nichts ohne Registrierung

Immerhin ist die junge Katze gechipt und bei Tasso registriert. Wer also glaubt, Mausi gefunden zu haben, kann den Chip unter der Haut beim Tierarzt, im Tierheim oder bei Tierschutzvereinen auslesen lassen. Die Nummer, die das Lesegerät dann anzeigt, trägt man einfach auf der Internetseite von Tasso ein oder teilt sie den Mitarbeitern über die Notrufzentrale (0 61 90/93 73 00) mit.

Für Tierschützer wie Susanne macht das die Arbeit leichter. Aus eigener Erfahrung weiß sie, dass Besitzer ihre Hunde und Katzen zwar oft chipen, die Chipnummer aber nicht registrieren lassen. „Dann hat man, wenn überhaupt, nur noch eine Chance den Besitzer über den Chiphersteller und den Tierarzt, der in eingesetzt hat, ausfindig zu machen.“ Aber das sei nicht nur mit großem Aufwand verbunden, sondern auch datenschutzrechtlich problematisch.

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