Katrin Schütz Südwest-CDU hat wieder Generalsekretärin

Von SIR/dpa 

Die neue Generalsekretärin der Südwest-CDU: Katrin Schütz Foto: dpa
Die neue Generalsekretärin der Südwest-CDU: Katrin Schütz Foto: dpa

2011 wechselte Thomas Strobl vom Posten des Generalsekretärs an die Spitze der Südwest-CDU. Seither war der Sekretärsposten vakant. Nun wird er wieder besetzt: Mit der Landtagsabgeordneten Katrin Schütz.

2011 wechselte Thomas Strobl vom Posten des Generalsekretärs an die Spitze der Südwest-CDU. Seither war der Sekretärsposten vakant. Nun wird er wieder besetzt: Mit der Landtagsabgeordneten Katrin Schütz.

Stuttgart  - CDU-Landeschef Thomas Strobl stärkt seine Machtbasis in Stuttgart, indem er die Landtagsabgeordnete Katrin Schütz zur Generalsekretärin macht. Strobl schlug die 47 Jahre alte Karlsruherin am Montag in einer Sitzung des Landesvorstandes vor.

Da der Vorstand die Personalie billigte, ist Schütz seit Montag kommissarisch im Amt. Offiziell muss die Generalsekretärin noch von einem Parteitag bestätigt werden. Mit der Personalie könnte Strobl versuchen, seinen Stellung im Wettbewerb mit Landtagspräsident Guido Wolf (CDU) um die Spitzenkandidatur zur Landtagswahl 2016 auszubauen. Strobl selbst wollte die Ernennung der Generalsekretärin aber nicht mit dem Thema Spitzenkandidatur in Verbindung bringen.

Vielmehr solle sie ein Zeichen vor der Kommunal- und Europawahl am 25. Mai sein, betonte der Landeschef. Mit Schütz bekleidet erstmals eine Frau den Posten in der baden-württembergischen CDU. Dies solle auch ein Beweis dafür sein, dass die CDU es mit ihrem 2011 eingeschlagenen Kurs der Modernisierung und Öffnung ernst meine, sagte Strobl.

Der Heilbronner hatte nach der Wahlniederlage seiner Partei bei der Landtagswahl 2011 zunächst darauf verzichtet, dem Parteitag einen neuen Generalsekretär vorzuschlagen. Zuvor hatte Strobl selbst das Amt viele Jahre inne, war dann aber zum Landeschef gewählt worden. In der Partei hatte es jedoch wiederholt Rufe gegeben, den Posten wiederzubesetzen. Schütz habe nun unter anderem die Aufgabe, die unterschiedlichen Interessen, Lebenserfahrungen und Charaktere, die es in der Partei gebe, zusammenzuführen, meinte Strobl.

Schütze: "Ich habe alle im Griff"

Generalsekretäre der Parteien sind nach allgemeinem Verständnis vor allem auch für Attacken auf den politischen Gegner zuständig. Auf die Frage, ob sie auch „gemein“ sein könne, entgegnete Schütz, sie habe sich seit jeher klar positionieren müssen. „Ich bin die Älteste von acht Kindern. Das bedeutet: Ich habe alle im Griff.“

Der Parteichef lobte Schütz als bodenständig, heimatverbunden, aufgeschlossen und weltoffen. Politisch habe sie sich im Landtag, unter anderem als Mitglied des EnBW-Untersuchungsausschusses, bewährt.

Schütz sitzt seit 2006 als direkt gewählte Abgeordnete des Wahlkreises Karlsruhe-West im Landtag. Sie ist Mitinitiatorin des CDU-Projekts „Frauen im Fokus“, das mehr Frauen für die Partei und mehr Wählerinnen gewinnen soll. Die Vorsitzende der Frauen Union in Baden-Württemberg, Annette Widmann-Mauz, begrüßte die Personalie. Dies sei ein tolles Signal für alle Frauen in der Südwest-CDU.

Im Kampf um die Spitzenkandidatur zur Landtagswahl 2016 wird Strobl vorgehalten, im Land zu wenig präsent zu sein, da er als CDU-Bundesvize und CDU-Landesgruppenchef vielerlei Aufgaben in Berlin zu erfüllen hat. Die Nordbadenerin Schütz könne für Strobl die Stellung in Stuttgart halten und dort Truppen in der parteiinternen Auseinandersetzung mit dem Südbadener Wolf sammeln, lautet eine Lesart der überraschenden Personalie. Die Landtagsfraktion hatte sich zuletzt hinter Landtagspräsident Wolf geschart, nachdem dieser einen Deal mit Fraktionschef Peter Hauk eingegangen war: Wolf trat nicht gegen Hauk bei der Wahl zum Fraktionsvorsitzenden an. Hauk will Wolf dafür keine Konkurrenz bei der Spitzenkandidatur machen.

Offiziell will die CDU das Thema Spitzenkandidatur vor der Kommunal- und Europawahl klein halten. So verschob der Vorstand die Terminsuche für die Mitgliederbefragung zur Kür des „Zugpferdes“ auf die Zeit nach dem 25. Mai. Bislang gibt es mit Wolf und Strobl zwei Bewerber, die Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) 2016 herausfordern wollen. Strobl warnte am Montag abermals vor voreiliger Siegesgewissheit. „Die Landtagswahl ist noch nicht gewonnen.“

 

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