Lukas und Kathi wohnen jahrelang in Stuttgart fast Tür an Tür, gehen in die selben Läden einkaufen, haben den selben Hausarzt. Getroffen haben sie sich nie. Bis es beim Bäcker hinter der Theke funkt gab es aber einige Widerstände – das ist ihre Liebesgeschichte.
Das war’s. Vorbei. Den seh’ ich nie wieder. Das dachte sich Kathrin Lawin nach dem ersten Date mit Lukas. Heute halten sie keine halbe Stunde aus, ohne sich an der Hand zu nehmen und keinen Tag, ohne sich „Ich liebe dich“ zu sagen. Sie haben eine Katze, wohnen gemeinsam in einer Wohnung und sind verheiratet. Wie kam es von einem zum anderen?
Eigentlich hätten sie sich schon längst über den Weg laufen können. Beide wohnten in Stuttgart-Untertürkheim. Nur etwa ein Kilometer lag zwischen ihren Wohnungen. Sie gingen in die selben Läden einkaufen, hatten den selben Hausarzt. Aber getroffen haben sie sich nie.
Es war Schicksal, sagt er
Sie mussten erst beide auch elektronisch am selben Ort sein, um aufeinander aufmerksam zu werden: Parship, eine Plattform, die online Leute zusammenbringt. Und, noch ein Zufall: Sie hatte etwa 100 Nachrichten, aber nie mit jemand anderem als Lukas geschrieben. „Es war Schicksal, anders kann ich es mir nicht erklären“, sagt Lukas.
Es ist September 2018, als sie beginnen, sich zu schreiben. Der Humor passt, der Filmgeschmack stimmt überein, bei einem Test von Parship haben sie vier von fünf Übereinstimmungspunkten. Bald folgt das erste Date. „Endlich einer, der aussieht wie auf dem Profilbild“, denkt sich Kathrin. „Sie sieht ja nett aus“, denkt sich Lukas. Alles beginnt gut.
Beim ersten Date war...nichts!
Sie treffen sich auf dem Weindorf in Stuttgart; beide sind keine Weintrinker. Danach ein Essen im Café Le Théâtre. Und dann? Kein Kuss, keine großen Gefühle. „Es hat nicht Bumm gemacht“, sagt Lukas. Er ist verunsichert von gescheiterten Beziehungen und weniger erfolgreichen Dates. Das ist der Punkt, an dem Kathrin sich denkt: „Das war’s, den seh’ ich nie wieder.“ Aber dann taucht Lukas doch wieder auf.
Schon am nächsten Tag kommt er in der Bäckerei vorbei, in der Kathrin damals arbeitet. Und dann immer wieder. Oft bleibt er bis zum Ladenschluss, hilft ihr beim Aufräumen. Es sind so was wie viele kleine Dates. Irgendwann macht es auch bei ihm Bumm. Bei der zweiten richtigen Verabredung wendet er den Gähnen-und-Arm-um-sie-legen-Trick an, den man aus Filmen kennt. Lukas küsst Kathrin, sie übernachtet bei ihm. Nach ein paar Wochen sind sie ein Paar. Wenig später ziehen erst Kathrins Katzen, dann sie selbst bei ihm ein. Seit September 2022 sind sie Herr und Frau Lawin.
Kinder? „Wenn Gott es will“
Von ihrer Wohnung in Ostfildern, wo sie nun wohnen, sieht man entfernt die Schwäbische Alb. In den Regalen stehen Plüschherzen, ein Bärchen mit Herz, in einer Ecke eine Riesenrose. Hier sind sie glücklich, irgendwie komplett. „Wir bleiben zusammen, bis wir alt und grau sind“, sagt Lukas. „Wir lieben Kinder“, sagt Kathrin. „Wenn Gott es will, ist es gut.“ Und wenn nicht? „Wir sind auch gerne Onkel und Tante.“
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