Der Trierer Bischof Stephan Ackermann im Interview. Foto: Harald Tittel/dpa Foto: dpa

Zur Aufarbeitung des Missbrauchsskandals in der katholischen Kirche hat die Bundesregierung einen Beauftragten eingesetzt. Doch nach Ansicht der Trierer Bischofs muss diese Position präsenter werden.

Trier/Bonn - Das Amt des Unabhängigen Beauftragten der Bundesregierung für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs (UBSKM) muss nach Ansicht des Trierer Bischofs Stephan Ackermann gestärkt werden.

"Es braucht auf der politischen Ebene eine Institution, die sich explizit für den Schutz von Kindern und Jugendlichen gegen sexuelle Gewalt einsetzt", sagte Ackermann als Beauftragter der Deutschen Bischofskonferenz (DBK) für Fragen des sexuellen Missbrauchs der Deutschen Presse-Agentur in Trier.

Institutionen wie die katholische Kirche dürften bei der Aufarbeitung von Missbrauch "nicht aus der eigenen Verantwortung entlassen werden. Aber es braucht eine Instanz, die Standards für Aufarbeitungsprozesse definiert und ihre Einhaltung auch verfolgt", sagte Ackermann. "Deshalb wäre es ein wichtiges, ja notwendiges Zeichen der Politik, wenn das Amt des Unabhängigen Beauftragten dauerhaft gesetzlich verankert und für seine Aufgaben angemessen ausgestattet wird."

Dazu gehöre, dass der UBSKM regelmäßig im Parlament Bericht erstatten müsste und sich die Fraktionen der im Bundestag vertretenen Parteien mit dieser Thematik beschäftigten. Seit Dezember 2011 ist Johannes-Wilhelm Rörig im Amt des UBSKM.

© dpa-infocom, dpa:210624-99-122585/2