Die Kirchengemeinden sind zuversichtlich, die Übergangszeit zu meistern. Foto: factum/Andreas Weise

Der neue Pfarrer für die Fildergemeinden, Dominik Weiß, kommt erst Anfang 2021. Für die Katholiken bleibt es trotzdem eine gute Nachricht. Ein Stimmungsbild.

Filder - Dass sich für die katholischen Gemeinden ein Pfarrer gefunden hat, stößt erwartungsgemäß auf große Erleichterung. Zunächst hatte sich niemand auf die Stellenausschreibung für die Gesamtkirchengemeinde Sankt Johannes XXIII. – bestehend aus Degerloch, Hohenheim, Sillenbuch und Heumaden – gemeldet. „Da waren wir schon irritiert“, sagt der Pastoralreferent Odilo Metzler. Um so froher sei man nun, dass Dominik Weiß, derzeit leitender Pfarrer in Tübingen, die Nachfolge von Stefan Karbach antritt.

Positive Signale kommen auch sonst aus der Großgemeinde, die rund 14 000 Mitglieder umfasst. „Ich freue mich total“, sagt etwa Christoph Nowag, zweiter Vorsitzender des Kirchengemeinderats von Sankt Michael Sillenbuch. Dass der Neue erst am 7. Februar 2021 eingeführt werden soll, sei da verkraftbar. „Advent wäre zwar schöner gewesen“, sagt Nowag, „aber das ist ja jetzt wenigstens eine Perspektive“.

Sie kennen Zeiten ohne Pfarrer nur zur gut

Stefan Karbach hatte 2019 nach drei Jahren auf den Fildern seinen Wechsel bekannt gegeben. Er ist seit Ende 2019 – zusammen mit Pastoralreferentin Kirstin Kruger-Weiß – Leiter des neuen Spirituellen Zentrums im Stuttgarter Westen, eine Stelle, die er als seinen persönlichen Traum beschrieben hat. Für die Filder-Katholiken war es bitter, sie kennen Zeiten ohne Pfarrer mittlerweile nur zu gut. Immer wieder hatte es in den vergangenen Jahren Wechsel und Vakanzen gegeben.

Die Kirchengemeinderäte sind aber zuversichtlich, die Übergangszeit zu meistern. Karbach ist Administrator. „Wir fühlen uns gut betreut“, sagt Bernhard Bayer, zweiter Vorsitzender des Kirchengemeinderats von Mariä Himmelfahrt Degerloch. Karbach sei sehr präsent, „wir können uns auf ihn verlassen“. Rosa Braun, zweite Vorsitzende des Kirchengemeinderats in Sankt Thomas Morus in Heumaden, sagt: „Das kriegen wir jetzt auch noch rum.“ Die Ehrenamtlichen seien rührig, „und zurzeit ist ja eh Flaute“, sie spielt damit auf die Corona-Krise an. Ihr ist aber bewusst, dass auf den Schultern der Hauptamtlichen durch die Leerstelle mehr Arbeit lastet. Zum Beispiel auf Jean Lukombo. Doch auch dieser äußert sich optimistisch: „Ich denke, wir alle sind froh, einen leitenden Pfarrer gewonnen zu haben, und wir haben Geduld, ihn im Februar empfangen zu dürfen.“

Bisher sei es drunter und drüber gegangen

„Dominik Weiß hat sich bewusst für uns entschieden“, sagt Bernhard Bayer aus Degerloch. Und das bestätigt der Neue auf Nachfrage unserer Zeitung. Er habe als Pfarrer zwölf schöne Jahre in Tübingen verbracht. „Ich habe keine Not, zu wechseln, aber ich habe Lust, etwas Neues zu machen.“ Die ersten Gespräche mit Vertretern der Gemeinden hätten ihm gezeigt, „dass mir die Menschen, denen ich begegnet bin, von Grund auf sympathisch sind“.

Für seine Gemeinde in Tübingen sei der Wechsel mit Überraschung verbunden gewesen. Er werde im Oktober dort aufhören und sich dann drei Monate Auszeit gönnen. Um sich vom Bisherigen zu verabschieden und aufs Neue einzustellen. Wie und wo er das tun werde? Es habe bisher keine Gelegenheit gegeben, darüber nachzudenken. Der für die Tübinger schmerzliche Abschied, Corona und Ostern – „es ging drunter und drüber“.

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