Der Umzug in den Neubau klappt reibungslos. Foto: Lichtgut//Leif Piechowski

Die ersten stationär versorgten Patienten des Klinikums Stuttgart sind am Samstag ins neue Haus F des Katharinenhospitals umgezogen.

Stuttgart - Vor den Aufzügen im fünften Stock herrscht Hochbetrieb. Rollbare Nachttische stehen bereit, Helfer eilen durch die Gänge oder tauschen sich aus. Die Stimmung ist gut, sogar ein bisschen euphorisch. Der Grund: An diesem Samstag konnten die ersten Patienten aus dem alten Katharinenhospital in den Neubau umziehen. „Ich habe heute schon zehn Menschen samt Bett nach drüben begleitet“, zieht eine Pflegekraft Zwischenbilanz.

 

Verlegungen sind kompliziert – aber es kommt keine Hektik auf

An einem Kontrollpunkt im Übergangsbereich zwischen altem und neuem Hospitalkomplex wird sichergestellt, dass alle im richtigen Zimmer landen. Private Habseligkeiten werden direkt mitgenommen. Die Verlegungen sind eine Art Großprojekt. Aber von Stress oder Hektik ist nichts zu spüren. „Es läuft alles nach Plan, und wir kommen sogar schneller voran als gedacht“, stellt Pflegedirektor Oliver Hommel zufrieden fest. Die meisten der 125 vom Umzug betroffenen Patienten seien bereits im Haus F, dem neuen Klinikumgebäude, untergebracht. Dort haben auch die chirurgische Ambulanz und das präoperative Untersuchungszentrum ihren Betrieb aufgenommen. Der Haupteingang zum großzügig gestalteten Empfangsbereichsbereich des Neubaus öffnet an diesem Montag.

„Dieser Umzug ist mehr als ein Ortswechsel“, sagt Christian Knop, seit 2009 Chefarzt in der Unfallchirurgie und Orthopädie des Klinikums: „Es macht schon etwas mit einem, wenn man in so tolle Räumlichkeiten einzieht. Die Atmosphäre ist anders. Es gibt noch mehr Licht und das ganze Konzept ist darauf ausgelegt, dass sich Patienten, aber auch Angehörige möglichst wohlfühlen. Das tut auch allen gut, die dort arbeiten.“

Patientin lobt das „freundliche Ambiente“

Neben dieser äußerlichen Veränderung freut sich der Mediziner auch über den strukturellen Umbau in seinem Zuständigkeitsbereich: Die Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie am Krankenhaus Bad Cannstatt, die ebenfalls zum Klinikum gehört, wird zwar als Anlaufstelle mit Notaufnahme bestehen bleiben, die stationäre Behandlung und die spezifische Unfallchirurgie aber werden mit vergrößertem Team im Katharinenhospital vereint.

Patientin Anke Binder ist eben in ihrem neuen Zimmer angekommen. Sie hatte einen Skiunfall und lag bereits knapp eine Woche auf Station. Im alten Bau, der in den kommenden Jahren Schritt für Schritt ebenfalls einem Neubau weichen soll. Sie freue sich, dass es heller sei und der Fensterplatz eine bessere Aussicht biete, sagt die 32-Jährige. Sogar ein Stück Weinberg ist zu sehen. Den Umzug im Bett bezeichnet sie als „interessant“. Gut aufgehoben habe sie sich auch vorher gefühlt. Sie könne aber nicht über die Verlegung klagen. Auch habe es ausreichend Vorinformationen gegeben. „Ein freundliches Ambiente macht einen Krankenhausaufenthalt schon angenehmer“, erklärt sie. Trotz steigender Ungeduld im Hinblick auf den Tag der Entlassung wirkt Binder zufrieden. In wenigen Tagen wartet noch eine Operation auf sie. Christian Knop erklärt nochmals kurz, warum der Eingriff in zwei Schritten notwendig sei. Dann verabschiedet er sich vorläufig.

Das „Herzstück“ zieht im März ein

170 Millionen Euro hat der neu eröffnete Bauabschnitt gekostet. Im März wird dort auch die interdisziplinäre Intensivstation einziehen, die Oliver Hommel als „Herzstück“ bezeichnet. 62 Betten werden dort bereitstehen. Bauliche Kniffe und Technologie ermöglichen es, jeden Patienten optimal im Blick zu behalten. Moderne Hebetechnik über Deckenschienen entlastet die Rücken der Fachkräfte und schont die Patienten. Das Klinikum Stuttgart setzt dabei Maßstäbe. Christian Knop betont, dass es nicht darum gehe, möglichst prestigeträchtig zu planen. „Die medizinische Qualität ist ausschlaggebend“, stellt er klar, „wenn sie sich steigert, trägt das zum Prestige bei. Der Patient steht aber immer im Mittelpunkt.“ Im Falle der Intensivpatienten wird sich der Umzug freilich etwas komplizierter gestalten als an diesem Wochenende. Beatmungsgeräte müssen in Betrieb bleiben. Ausschließlich examinierte Kräfte können zum Einsatz kommen, wo diesmal auch Angehörige der Bauabteilung willkommen waren.

Haus F füllt sich nach und nach mit Leben

„Wir haben den heutigen Umzug seit etwa einem halben Jahr vorbereitet“, blickt Oliver Hommel zurück. Dank des Zusammenspiels von Ärztinnen und Ärzten, Pflegekräften, Medizintechnikern und Logistikern, die Hand in Hand arbeiten, läuft die Umsetzung reibungslos. Haus F füllt sich nach und nach mit Leben. Eine der Neuerungen, die im Untergeschoss ihrer Einweihung harrt, wird erst zum Einsatz kommen, wenn die Patienten wechseln: Das Klinikum Stuttgart verfügt künftig über die modernste Bettenaufbereitung Europas. Zum Einsatz kommen dort ressourcenschonende Dampfreinigung und mitarbeiterschonende Robotik. Kurzum: Das Klinikum setzt Maßstäbe.