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Es geht ums nackte Überleben - ein Kampf mit Naturgewalten und gegen skrupellose Menschenhändler nimmt im ZDF-Psychothriller "Bis an die Grenze" seinen Lauf. Wir sprachen mit Hauptdarstellerin Katharina Böhm über die Herausforderungen, die der Dreh mit sich brachte.

Stuttgart - Es geht ums nackte Überleben - ein Kampf mit Naturgewalten und gegen skrupellose Menschenhändler nimmt im ZDF-Psychothriller "Bis an die Grenze" seinen Lauf. Wir sprachen mit Hauptdarstellerin Katharina Böhm über die Herausforderungen, die der Dreh mit sich brachte.Frau Böhm, mit Eva Schiller spielen Sie eine Frau, die über sich hinauswachsen muss. Waren die Dreharbeiten im Naturforst Bayerischer Wald anstrengend?

Körperlich war es sogar sehr anstrengend für uns, ständig durch den Wald zu rennen. Man dreht solche Szenen ja meistens ein paarmal hintereinander, aus verschiedenen Blickwinkeln. Lauftechnisch war das anspruchsvoll, vor allem wenn es heiß war. Das ganze Team wurde auch vorsorglich gegen Zecken, also gegen FSME, geimpft. Die größte Herausforderung war für mich, auf einem Baumstamm über einen Bach zu balancieren - ich habe nämlich Höhenangst. Aber es hat auch großen Spaß gemacht, sich so zu verausgaben. Ich selbst lebe ja auf dem Land, mitten im Grünen.

Sind Sie also eher ein Naturmensch?

Ich habe eine starke Beziehung zur Natur. Ich brauche das auch dringend, ich fühle mich in der Stadt nicht so wohl. Aber dass wir einen so unglaublich schönen Urwald da draußen in Bayern haben, das wusste ich bisher nicht. Wir waren während der Dreharbeiten nur vier Wochen in den Wäldern unterwegs, aber das war atemberaubend. Ich war auch danach privat mit meinem Sohn nochmals dort, um Urlaub zu machen.

Im Film verteidigen Sie Ihre Familie bis aufs Blut. Wie halten Sie es selbst als Mutter?

Ich glaube, fast jede Mutter und jeder Vater schützen ihre Familie. Nehmen wir zum Beispiel Familien, die an der Armutsgrenze leben. Die verteidigen ihre Kinder gegen den Hunger. Ich glaube, das ist etwas sehr Archaisches. In dem Moment, in dem deine Familie angegriffen wird, wirst du für sie mit aller Kraft und bis zum Äußersten eintreten. Zumindest dann, wenn du normal funktionierst. Man weiß nie, wozu man in solch extremen Situationen fähig ist, vor allem, wenn Kinder im Spiel sind.

In "Bis an die Grenze" ist es ja so, dass Sie zu Ihrem Vater über lange Zeit keinen Kontakt haben. Wie ist das Verhältnis zu Ihrem eigenen Vater Karlheinz Böhm?

Das ist völlig unkompliziert. Mein Vater lebt seit 16 Jahren in Salzburg. In den Medien wurde das in jüngster Zeit häufig anders dargestellt, deshalb betone ich es ausdrücklich. Es geht ihm gut, und wir sehen uns häufig. In seine Projekte bin ich zwar nicht direkt involviert, aber ich springe ein, wenn Not am Mann ist.

Wenn Sie auf Ihre lange Schauspielkarriere zurückblicken - Sie standen erstmals als Zwölfjährige vor der Kamera -, gehört dann "Bis an die Grenze" zu den Filmen, die Sie am meisten begeistert haben?

Der Dreh war ein schönes Erlebnis für mich, eine feine Arbeit. Arbeitszeit ist für mich Lebenszeit. So lautet mein Motto. Wenn man also mit Menschen zusammenarbeitet, die einen weiterbringen, und Projekte hat, an denen man auch wächst, ist das toll. Ich habe vier Filme mit dem Regisseur Martin Enlen gedreht, da würde ich jeden zu meinen Lieblingsprojekten dazuzählen.

Was nehmen Sie speziell aus diesem Film für sich selbst mit?

Auf jeden Fall noch mehr Liebe zur Natur, wirklich eine große Liebe zu dieser Region. Unsere Station war Bodenmais, die Menschen dort haben uns sehr geholfen.

ZDF, Montag, 20.15 Uhr