Im Juni haben Sechstklässler beim Aktionstag zum Katastrophenschutz auf dem Leinfelder Schulcampus viel über die Arbeit der Hilfsorganisationen gelernt.  Foto: Ines Rudel

Leinfelden-Echterdingen möchte so gut es geht, auf Krisensituationen vorbereitet sein. Was hat die Stadt dafür schon unternommen, was steht noch an?

Immer öfters gibt es Hochwasser. Die Pandemie ist noch nicht lange vorbei. Mitten in Europa tobt ein Krieg. Leinfelden-Echterdingen möchte auch aufgrund der unsicheren weltpolitischen Lage so gut es geht auf Notlagen und Krisensituationen vorbereitet sein, zu denen auch ein Blackout, also ein mehrtägiger Stromausfall gehört. Bürgermeister Carl-Gustav Kalbfell hält es deshalb auch für wichtig, einen Ernstfall wie einen Flugzeugabsturz, ein großes Zugunglück, einen Bombenfund oder Gaslagen zu simulieren und so zu üben.

 

Als erste Kommune im Kreis hatte die Stadt im Juni deshalb auch einen Aktionstag zum Katastrophenschutz umgesetzt. Der Tag soll laut dem Innenministerium einmal pro Schuljahr verpflichtend für alle Sechstklässler angeboten werden. Drei Hilfsorganisationen hatten auf dem Schulcampus in Leinfelden 170 Schülerinnen und Schüler über deren Arbeit informiert. Organisiert hatte den besonderen Unterricht Anette Mika-Fehrle vom örtlichen Schulamt sowie Katharina Lerch. Sie ist seit Juli 2023 im städtischen Ordnungsamt angestellt, für den Katastrophenschutz der Kommune zuständig und hat in einem Gemeinderatsausschuss nun über ihre Arbeit berichtet.

Für den Katastrophenschutz steht insgesamt ein Budget von 400 000 Euro zur Verfügung. Mehr als 30 000 Euro wurden investiert. Fünf Warnlautsprecher wurden angeschafft, die via einer Magnethaftplatte auf jedes Autos montiert werden können. „Man kann damit entweder voreinstellte Ansagen abspielen oder auch live wichtige Dinge durchsagen“, sagt Katharina Lerch. Die Lautsprecher wurden im September beim bundesweiten Warntag erstmals eingesetzt. „Da standen wir vor dem Leinfelder Rathaus“, sagt sie. Das Feedback von Leuten, die dort wohnen oder arbeiten war insofern positiv, dass „die Lautsprecher sehr gut warnnehmbar sind – auch bei geschlossenen Fenstern“, so Katharina Lerch.

Neue Sirenen im Stadtgebiet

Die Stadt Leinfelden-Echterdingen hat sich dafür entschieden, in neue Sirenen zu investieren, die nicht nur Töne von sich geben, sondern mit denen auch Durchsagen gemacht werden können. Ziel ist es, im Katastrophenfall so viele Menschen wie möglich zu erreichen. Bis Ende kommenden Jahres sollen die neuen Anlagen im Stadtgebiet installiert sein. Eine Firma für diesen Auftrag ist gefunden.

Im Notfall sollen Menschen im Walter-Schweizer-Kulturforum untergebracht werden können. „Wir haben geschaut, was wir alles brauchen, um ein solches Lager einzurichten“, berichtet Katharina Lerch. Beispielsweise werde eine Anmeldestelle benötigt, um den Überblick zu behalten, wer dort untergebracht ist. Feldbetten und Mülleimer könnten dafür jetzt angeschafft werden, nachdem es mittlerweile auch ausreichend Lagerflächen gibt. Die Fahrzeughallen des alten Feuerwehrhauses im Stettener Haldenareal sowie Räume am Musberger Immergrünweg können dafür genutzt werden.

Die Verwaltungsführung kann im Krisenfall über Satellitentelefone mit der Feuerwehr und dem Landratsamt kommunizieren. Die Landkreisämter haben der Kommune ausreichend Kaliumjodid-Tabletten zur Verfügung gestellt, die im Fall der Fälle verteilt werden. Eberhard Wächter, Freie Wähler-Stadtrat und örtlicher Apotheker hat in der Sitzung vorgeschlagen, die Apotheken bei der Verteilung miteinzubinden. „Dieses Angebot nehmen wir gerne mit“, sagt Katharina Lerch dazu.