Kassym-Schomart Tokajew übernimmt das Präsidentenamt in Kasachstan. Foto: AP

Mit Kassym-Schomart Tokajew hat Kasachstan nach mehr als 30 Jahren wieder einen neuen Präsidenten. Der langjährige Amtsinhaber Nursultan Nasarbajew trat am Dienstag überraschend zurück.

Astana - Nach mehr als 30 Jahren hat Kasachstan einen neuen Präsidenten: Kassym-Schomart Tokajew hat am Mittwoch den langjährigen Amtsinhaber Nursultan Nasarbajew abgelöst.

In der Ex-Sowjetrepublik übernimmt der Chef des Oberhauses per Verfassung automatisch die Macht, wenn der Präsident aus dem Amt scheidet. Bei einer gemeinsamen Sitzung der beiden Parlamentskammern legte Tokajew den Eid ab. Es gab langen Applaus, als Nasarbajew seinem Nachfolger gratulierte.

Die Macht sei in einer ruhigen Zeit ohne Konflikte übertragen worden, sagte Tokajew der Nachrichtenagentur Interfax zufolge. „Dies ist ein wichtiger Faktor für die innere Stabilität.“ Er würdigte Nasarbajews Wirken für Kasachstan. Mit seinem Rücktritt habe er Größe bewiesen. Zugleich schlug Tokajew vor, dass die Hauptstadt Astana den Namen Nursultan tragen sollte. „Wir müssen den großen Namen verewigen.“

Ansturm auf die Wechselstuben

Nasarbajew hatte am Dienstag in einer Ansprache an das Volk im Fernsehen seinen Rücktritt bekanntgegeben. Diese Entscheidung habe er selbst getroffen, sagte er. Eigentlich war der 78-Jährige als Vater der Nation auf Lebenszeit im Amt. Präsident war er seit dem 24. April 1990, aber schon davor als kommunistischer Parteichef an der Macht.

Nach der Ansprache war es in dem ölreichen Steppenstaat zu einem Ansturm auf die Wechselstuben gekommen. In den Städten Astana und Almaty sei die Nachfrage nach US-Dollar so groß gewesen, dass die Währung zum Teil nicht mehr verfügbar gewesen sei, meldete Interfax. In der Nacht zum Mittwoch habe sich die Lage aber wieder beruhigt.

Nasarbajews Meinung werde auch künftig bei strategischen Fragen sehr wichtig sein, versicherte Tokajew. Der 78-Jährige bleibt Chef des nationalen Sicherheitsrates und der Regierungspartei Nur Otan. Nasarbajew hatte nach seinem Rücktritt gesagt, es seien später Präsidentenwahlen geplant. Einen Zeitpunkt nannte er nicht.

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