Die Aussichten für junge Leute sehen im Einzelhandel auch für 2012 gut aus. Foto: Shutterstock/wavebreakmedia ltd

Hochschulabsolventen und jungen Leuten mit einer dualen Ausbildung steht hier die Karriereleiter bereit – oder die Aussicht auf Selbstständigkeit.

Stuttgart - 60.000 neue Arbeitsplätze sind 2011 im Einzelhandel entstanden, meldet der Handelsverband Deutschland (HDE) und sagt voraus, dass auch 2012 viele Menschen eine neue Anstellung in der Branche finden werden. Hochschulabsolventen und jungen Leuten mit einer dualen Ausbildung steht hier die Karriereleiter bereit – oder die Aussicht auf Selbstständigkeit. Der Einzelhandel gliedert sich in zahlreiche Branchenbereiche auf. Von Supermarktketten über Elektromärkte bis zum Bekleidungsgeschäft - über 2,9 Millionen Angestellte verdienen in Deustchland ihr Geld in diesem Wirtschaftszweig.

Studium vs. duale Ausbildung

"Handelsunternehmen haben immer höherer Qualifikationsanforderungen zu bewältigen" weiß Wilfried Malcher vom Handelsverband Deutschland. Da sei gut ausgebildeter Nachwuchs gefragt. "Man muss Anpacken können", sagt Malcher, "und sollte eine Affinität zum Handel haben". Dann sei man nach absolviertem BWL-Studium in der Branche an der richtigen Adresse. "Hochschulabsolventen müssen während ihrer Zeit an der Uni durch Praktika oder Diplomarbeiten Kontakt zu Einzelhandelsunternehmen gepflegt haben", nennt Malcher weitere wichtige Voraussetzungen. Ein Auslandssemester komme ebenfalls immer gut an. Konkurrenz um die Spitzen-Jobs im Einzelhandel bekommen Studierte von Absolventen der dualen Ausbildung, so Malcher. Sie brächten nach ihren Lehrjahren die Erfahrung mit den Abläufen im Gewerbe mit. Der Handelsverband zeigt nach dem Einstieg ins Unternehmen folgende Sprossen auf der Karriereleiter auf:

- Als Erstverkäufer ist man verantwortlich für einen festgelegten Warenbereich einer Abteilung und unterstützt den Abteilungsleiter bei allen Fragen zu diesem Bereich.

- Der Substitut oder stellvertretende Abteilungsleier kümmert sich um die Warenpflege und -lagerung, die Koordination von Verkaufspersonal und die Verwaltungstätigkeiten. - Die Sortimentspolitik der Abteilung, der effiziente Einsatz und die Führung der ihm unterstellten Mitarbeiter sowie Umsatz und Ertrag obliegen dem Abteilungsleiter.

- In Groß- und Filialunternehmen übernimmt der Zentraleinkäufer den Großeinkauf bestimmter Artikelgruppen. Er untersteht direkt der Geschäftsführung.

- Geschäftsführer oder Filialleiter tragen die Verantwortung für den Erfolg des Unternehmens oder einer Filiale.

Wer sich es zutraut wird sein eigener Chef. "Im Einzelhandel", meint Wilfried Malcher, "gibt es viele Beispiel dafür, wie sich Leute erfolgreich selbstständig gemacht haben." In Verbundgruppen und Genossenschaften können die Unternehmer dabei durch Kooperationen und Systemzentralen von einer gemeinsamen Infrastruktur profitieren.

Der klassische Karriereweg, so Malcher, verläuft nach der Ausbildung über eine vom Unternehmen unterstützte Weiterbildung zum Betriebswirt. Der Vorteil: Bereits ab dem Alter von 23 Jahren sei so ein Gehalt von 3500 Euro Brutto zu verdienen.

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