Prinzessinnen unter sich: Mimi (links) und Catarina I., die dank ihrer Vorgängerin Mimi I. nun die Faschingskampagne von Grün-Schwarz anführt. Foto: Georg Linsenmann

Die Karnevalsgesellschaft Grün-Schwarz hat ihre neue Prinzessin für die Kampagne gekürt: Nachfolgerin von Mimi I. ist Catarina I. aus Moldawien.

Feuerbach - Unter den Karnevalsgesellschaften der Stadt ist Grün-Schwarz eine der kleineren – rein von den Zahlen her betrachtet. Groß raus kommt die närrische Gesellschaft aber regelmäßig dann, wenn im Vespa-Club, dem angestammten Vereinsheim im Feuerbacher Industriegebiet, die Inthronisation der Prinzessin ansteht. Denn dann zaubern sie mit schöner Zuverlässigkeit aus der Narrenmütze glamouröse Frontfrauen, die aus aller Herren Länder zu kommen scheinen.

Vergangenes Jahr war Sibirien dran, direkt nach Thüringen. Und davor Nordindien, wobei Mimi I. gleich so einschlug, dass sie die Kampagne ganz außer der Regel sogar ein zweites Mal anführen durfte. Ein Coup, der Maßstäbe gesetzt hat – und weiter wirkt, denn ohne Mimi keine Catarina I. aus Moldawien, die im Stuttgarter Katharinen-Jahr am Wochenende zur Prinzessin von Grün-Schwarz gekürt wurde.

Lampenfieber hat Catarina I. nicht

Eine Geschichte, die Ekatarina, so ihr bürgerlicher Vorname, kurz vor ihrer Kür noch in aller Seelenruhe erzählt. Lampenfieber kennt sie sowieso nicht, schließlich ist sie professionelle Sängerin und seit einiger Zeit Mimis Gesangslehrerin, womit der Bogen geschlagen wäre zur ersten Catarina auf dem Feuerbacher Prinzessinnen-Thron. In ihrer moldawischen Heimat hatte sie Klavier und Gesang studiert, und dort sei sie auch „ein bekannter Star“, erzählt sie. Vor einigen Jahren hatte es sie nach Straßburg verschlagen, dann der Liebe wegen nach Baden-Baden. Prinzessin aber sei sie im Herzen schon viel länger: „Das wollte ich schon mit vier Jahren sein.“ Damals hatte ihre Mutter gesagt, sie sei „zum Singen geboren und dazu, Menschen mit Musik glücklich zu machen. Das war und das ist immer noch mein Weg“, betont Ekatarina. Zunächst auf der Opernbühne, dann eher bei der leichten Muse, im Varieté oder auf Kreuzfahrt-Schiffen: „Ich liebe die Unterhaltung, ich liebe Schlager, ich liebe es, Menschen zu begeistern.“ Einfach so sagen kann sie das kaum. Raum bräuchte sie dafür angesichts der energischen, ausgreifenden Gestik. Am besten wohl eine Bühne: „Ich liebe die Bühne, ich liebe das Scheinwerferlicht.“ Allerdings mischt sie sich auch gerne unters Publikum, wie ihr Mann mit einem Video von einer sehr langen Polonaise zeigt, die sie bei der Deutsch-Französischen Karnevalsgesellschaft in ihrer neuen Wahlheimat angeführt hatte.

Ein Prinzessinnen-Traum ganz in Rot

Klar, der Fasching sei für sie jetzt ebenfalls „wie eine große Bühne“, sagt die Sängerin, die „noch immer 25“ ist: „Nicht mehr ganz jung, aber noch voller Zukunft und voller Pläne. Und so viel Kraft. Damit möchte ich auch in Stuttgart begeistern.“

Dafür könne sie aus einem Repertoire von 500 Titel schöpfen: „Und 300 kann ich auswendig“, betont sie. Übrigens singe sie in 16 Sprachen. Und nun kommt womöglich noch Schwäbisch dazu: „Wenn ich in zweieinhalb Stunden ein chinesisches Lied lerne, dann kann das mit Schwäbisch ja wohl nicht so schwierig sein“, findet Catarina die Erste.

Ihr Prinzessinnen-Traum – „ja, das ist ein Traum“ – kommt ganz in Rot daher. Schulterfrei und in glänzendem Organza, mit einem aus drei roten Rosen geformten Gebinde über der rechten Schulter, wobei Rosenblätter bis an den Saum des Kleides appliziert sind. Ein romantisch angehauchter Glamour, von echten Swarovski-Steinen unterstrichen, üppig übers enge Oberteil der Blondine verteilt. Kein Wunder, dass da ein Raunen durch den Raum geht, als Catarina I. eintritt. Das närrische Volk huldigt seiner neuen Prinzessin.

Hat Ihnen der Artikel gefallen? Jetzt teilen: