Applaus für das Stadtprinzenpaar der Karnevalsgesellschaft Möbelwagen: Katja I. und Robin I.. Foto: Lichtgut/Christoph Schmidt

Die fünften Jahreszeit ist auch in Stuttgart in vollem Gang. Mittlerweile haben auch alle närrischen Regenten in Stuttgart ihre Arbeit aufgenommen – und das ist eine besondere und meist auch einmalige Ehre.

Stuttgart - Bräuche und Traditionen spielen im Fasching eine sehr große Rolle. Dazu gehört auch die Kür des Prinzenpaars oder der Prinzessin. Gerade die Inthronisierung des Prinzenpaars unterliegt bis zur Krönung oft einer großen Geheimhaltung. In Stuttgart haben acht der elf Karnevalsvereine närrische Regenten. Der Prinz hat vor allem bei der 1897 gegründeten Gesellschaft Möbelwagen eine lange Tradition. Schon 1901 wurde Prinz Gogel als Erster in das Amt berufen. Seitdem haben viele namhafte Persönlichkeiten das närrische Zepter in die Hand genommen, darunter der Schauspieler und ehemalige „Tatort“-Kommissar Dieter Eppler, der 1983 berufen wurde, oder der Zauberer Julius Frack, der 2011 in diese Rolle schlüpfte. 1996, als die Gesellschaft Möbelwagen 99 Jahre alt wurde, wagten die Karnevalisten eine neue Variante und stellten Prinz Hans I. mit Curt I. statt einer lieblichen Prinzessin einen Mann an die Seite.

Prinzessin mit Charme verteilt Orden

Nach der Kür fängt für das Prinzenpaar und die Prinzessinnen die eigentliche Arbeit an. Nicht nur karnevalistische Veranstaltungen stehen auf dem Plan, auch bei vielen anderen Anlässen müssen sich Prinz und Prinzessin blicken lassen. Und jeder Prinz und jede Prinzessin interpretiert das Majestätische unterschiedlich: Es gibt singende Prinzessinnen und solche, die lieber repräsentieren und bei Veranstaltungen gute Laune verbreiten. So ist die Karnevalsgesellschaft Grün-Schwarz in diesem Jahr neue Wege gegangen und hat mit Alex I. erstmals eine Prinzessin, die nicht singt, dafür mit Charme und Stolz ihr Amt ausübt und Orden verteilt.

Doch egal, ob Prinzenpaar oder Prinzessin – die Kurzzeit-Durchlauchten genießen es allesamt, mit Zepter und Krone für einige Wochen dem bürgerlichen Leben zu entfliehen. Sie sollten es genießen, denn normalerweise darf jeder Prinz und jede Prinzessin nur einmal für eine Saison diesen ehrenvollen Posten annehmen.

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