Karl-Theodor zu Guttenberg weist den Plagiatsvorwurf am 18. Februar 2011 mit allem Nachdruck zurück. Foto: dpa

Lange dachten wir, dass Karl-Theodor zu Guttenberg wegen einer abgeschriebenen Doktorarbeit zurücktreten musste. Weit gefehlt!

New York - Selbstreflexion ist nicht jedermanns Sache – und bei Haaren hört der Spaß sowieso auf. Wer erinnert sich nicht an den polternden Kanzler Schröder, der vor Gericht zog, weil eine Agentur verbreitet hatte, er töne seine Haare. An Angela Merkels Odyssee zu Udo Walz und einer Frisur, mit der man morgens getrost den Briefträger reinlassen kann. Oder an Donald Trump, der bis heute standhaft behauptet, er trage kein Toupet.

Und dann das! „Ich hatte zu viel Gel im Haar. Auch mein Gesichtsausdruck machte einen sehr eitlen Eindruck“ gestand der einstige Bundesverteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg in New York. Nicht die Plagiatsaffäre und Guttenbergs beharrliches Leugnen des Offensichtlichen haben also dafür gesorgt, dass aus der Lichtgestalt ein Glühwürmchen wurde, sondern zu viel Gel, meldet die „Bunte“. So viel Selbstkritik, das macht dem schneidigen Freiherrn keiner nach. Da können sich die Herren Trump und Schröder aber mal eine Locke abschneiden.

Gott oder einem gewieften Imageberater sei Dank, trägt der einstige Hoffnungsträger der Konservativen inzwischen statt öliger Gel-Frisur eine brave Schwiegersohn-Matte, signalisiert statt wilder Entschlossenheit Demut und Bescheidenheit. Eigenschaften, die man mit dem Blaublüter bislang nicht in Verbindung gebracht hatte. Damit steht seiner Rückkehr aufs politische Parkett praktisch nichts mehr im Wege. Zwar „würden die berechtigten Gründe für meinen Rücktritt sowie mein lausiger Umgang damit eine Rückkehr nicht rechtfertigen“, wie Guttenberg unlängst der „Süddeutschen“ erklärte, doch ist die Schuld erst einmal eingestanden, sind Vergebung und Versöhnung nicht fern. Den Rest besorgt die neue Frisur.

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