Der deutsche Skispringer Karl Geiger hat noch Chancen auf den Gesamtsieg bei der Vierschanzentournee. Foto: AFP/CHRISTOF STACHE

Der deutsche Skispringer Karl Geiger trägt bei der Vierschanzentournee einen rosa Helm eines österreichischen Sponsors. Das ist mutig. Denn im Männersport ist die Farbe Rosa immer noch eher selten anzutreffen. Schade eigentlich.

Stuttgart - Ein ungeschriebenes, aber wirksames Gesetz besagt, dass Mädchenzimmer in Rosa und Jungenzimmer in Hellblau gestrichen sein müssen, was nicht folgenlos bleibt. Angeblich lieben später echte Kerle höchstens noch rosa gegrillte Steaks. Wer als Mann freiwillig Rosa am Körper trägt, ist entweder der Rosarote Panther oder ein Italiener, weil dem stilvollen Südländer jede Farbe steht. So wundert es nicht, dass es Rosa im maskulinen Alltag schwer hat – und im Herrensport sowieso. Schade eigentlich, denn so eine satte Ferkelfarbe steht für Glück und Optimismus.

Leicht gedecktes Rosa

Umso eindrucksvoller, wenn die Hoffnung der deutschen Skispringer Karl Geiger einen rosa Helm trägt! Ein tollkühner Held der Lüfte, der für Kurzsichtige und Wintersportverächter einem dahinschwebenden Brautsträußchen ähnelt. Wie süß, denkt man. Geigers Sponsor ist ein bekannter österreichischer Knusperwaffelhersteller, dessen Markenzeichen seit mehr als hundert Jahren ein typisches, leicht gedecktes Rosa ist. Auf der Vierschanzentournee hüpfen neben Geiger noch der Deutsche Pius Paschke und der polnische Athlet Dawid Kubacki rosa behelmt von den Schanzen, sie trotzen so sowohl den widrigen Windverhältnissen als auch einem altbackenen Geschlechterklischee.

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