Die beiden Preisträger Victor Oei (links) und Tim Janz. Foto: Sascha Sauer

Victor Oei und Tim Janz haben mit ihren guten Noten in Mathe und Physik den Karl-Eisele-Preis abgeräumt. Jeder bekommt ein Sparbuch mit 2500 Euro. Die Einser-Abiturienten haben sich etwas Besonderes mit dem Geld überlegt.

Fellbach - Wer so leicht mit Vektoren rechnet, als sei es das kleine Einmaleins, der läuft bei schwierigen Matheaufgaben so richtig zur Höchstform auf. „Wenn man dann die Lösung findet, ist das ein ziemlich cooles Gefühl“, sagt Tim Robin. Auch Victor Oei lässt sich von Formeln nicht schrecken: „Es macht Spaß, sich da reinzudenken.“

Die beiden Abiturienten vom Friedrich-Schiller-Gymnasium (FSG) haben am Donnerstag den diesjährigen Dr.-Karl-Eisele-Preis überreicht bekommen. Sie hatten sich die Auszeichnung mit ihren hervorragenden Leistungen in den Fächern Mathematik und Physik verdient. Oberbürgermeisterin Gabriele Zull begrüßte im Rathaus auch Verwandte und Lehrer der beiden Preisträger.

Die Jahrgangsbesten aus Fellbach profitieren von dem Preis

Es gab viel Lob für Victor Oei und Tim Janz von OB Zull: „In Zeiten des Fachkräftemangels werden gute Leute wie Sie gesucht.“ Das zu hören, hätte bestimmt auch den mittlerweile verstorbenen Stifter des Preises, Karl Eisele, gefreut. Aus Anlass seines 90. Geburtstags hatte er der Stadt Fellbach eine entsprechende Stiftungssumme zur Verfügung gestellt. Die jährlichen Zinserträge kommen jeweils den zwei Jahrgangsbesten in den Fächern Mathematik und Physik zugute.

Die Gymnasien der Preisträger erhalten jeweils 500 Euro für naturwissenschaftliche Exkursionen der Oberstufe. Seit dem Jahr 2003 wurden insgesamt rund 90 000 Euro ausbezahlt, berichtete OB Zull. Mathe und Physik büffeln lohnt sich auch finanziell: Jeder Preisträger bekommt ein Sparbuch mit 2500 Euro. Das ist viel Geld für einen jungen Menschen. Doch die beiden Einser-Abiturienten, Tim Janz (1,0) und Victor Oei (1,2), geben jeweils 500 Euro an ihren Mitschüler Lucas Haug ab. „Er hatte auch wie wir Einsen in Mathe und Physik, aber mit 1,5 einen schlechteren Abi-Schnitt“, sagte Victor Oei. Diese Entscheidung zeugt von Charakter.

Spaß an Schaltungen, Transistoren und Kondensatoren

Und was machen die Preisträger mit den 2000 Euro? Tim Janz möchte sich davon einen neuen Laptop fürs Studium kaufen, Victor Oei wird das Geld in seine bevorstehende Asien-Reise investieren. Die Abiturienten haben auch schon Pläne: „Ich habe mich an drei Universitäten für Elektrotechnik beworben, denn ich habe Spaß an Schaltungen, Transistoren und Kondensatoren“, sagt Tim Janz. Victor Oei favorisiert den Studiengang Simulationstechnik, aber vielleicht wird er auch Physik studieren. „Wenn ich die Lösung für eine schwierige Aufgabe finde, dann erlebe ich einen Aha-Effekt“, sagt er.

Oberbürgermeisterin Zull wünschte den beiden Einser-Abiturienten alles Gute für die berufliche Zukunft: „Das eine ist gut zu sein, das andere ist, den Ort zu finden, an dem man glücklich wird.“

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