Kim Kardashian war kurzzeitig als Halloween-Kostüm erhältlich, Version Raubopfer. Nicht witzig finden die meisten. Habt euch nicht so, sagt der Hersteller. Foto: AP

Abseits des roten Teppichs lauern Fettnäpfchen, manchmal sogar Abgründe. Wir spüren sie auf. Heute: volle Breitseite für Kim Kardashian – nun gab es sie auch noch als Halloween-Kostüm zu kaufen, Version „Pariser Raubopfer“.

Los Angeles - Wer den Schaden hat, braucht für den Spott nicht zu sorgen. Niemand bekommt das momentan so deutlich zu spüren wie die US-Prominente Kim Kardashian, die vor eineinhalb Wochen in ihrem Pariser Hotelzimmer überfallen worden ist. Neueste Frechheit: das „Pariser Raubopfer-Kostümset“. Das US-Unternehmen „Costumeish“ hatte die ziemlich obszöne Idee, diese „Verkleidung“ für 69,99 Dollar anzubieten. Im Set enthalten: ein weißer Bademantel, eine schwarze Langhaar-Perücke, ein Knebel, ein Fesselband, eine Sonnenbrille und ein „Vier-Millionen-Dollar-Ring“. Auf dem Produktfoto ist eine kniende und gefesselte Frau mit langen schwarzen Haaren und Knebel im Mund zu sehen.

Geschmacklos oder halb so wild?

Die Beschreibung des Kostüms klingt so eindeutig wie zynisch: „Sie hat ihr Leben dem Ziel gewidmet, für amerikanische Dekadenz zu werben, für Jugend und Hedonismus.“ Kim Kardashian, die derzeit versucht, nach dem Schock ihre Psyche wieder in den Griff zu kriegen, musste sich unlängst unterstellen lassen, der Überfall sei inszeniert gewesen. Zuvor bekam sie zu hören, sie trage eine Mitschuld, weil sie mit ihrem Reichtum herum geprotzt habe. Und nun das. Geschmacklos, ekelhaft und krank nennen es die einen. Lustig, verwegen, halb so wild, sagen die anderen. Ein Shitstorm war dem Unternehmen jedenfalls sicher.

Der stellvertretende Geschäftsführer von Costumeish, Jonathan Weeks, sagte dem Sender CNN, man wolle sich nicht über Kardashian lustig machen. „Wir haben großes Mitleid mit allen Opfern von Kriminalität und niemand verdient es, so eine schreckliche Erfahrung zu machen.“ Das klingt mindestens genauso zynisch wie die Kostüm-Beschreibung. Schließlich ist Halloween kein Protestmarsch gegen Kriminalität, sondern eine zweifelhafte Spaßveranstaltung. Es sei der Tag, an dem die Menschen ihren manchmal auch kranken Humor ausleben könnten, meint der Kostüm-Verchecker Weeks.

Gar keinen Spaß verstanden haben in diesem Zusammenhang – Überraschung – die Kardashians. Das Kostüm war jedenfalls schneller aus dem Online-Shop entfernt als die Knebel aus den Mündern sämtlicher kranker Witzbolde.

Hat Ihnen der Artikel gefallen? Jetzt teilen: