Uwe Jabs krönt seine sportliche Karriere: Der Ludwigsburger Sportler holt bei der Kanu-Marathon-WM in Kroatin den Titel in der Klasse Ü 80.
Was für eine Leistung! Uwe Jabs hat jetzt in Kroatien bei der Kanu-Marathon-Weltmeisterschaft den Titel in seiner Altersklasse Ü 80 geholt. Allein die nackten Zahlen beeindrucken: Jabs ist 81 Jahre alt. Und fit wie der sprichwörtliche Turnschuh. Er hat für die 11,8 Kilometer 58 Minuten benötigt – und alle Konkurrenten auf der Wettkampfstrecke auf dem Fluss Neretva in Metković vom Start weg abgehängt. So ein langes Rennen, erzählt der Weltmeister vom SV Ludwigsburg ein paar Tage nach seinem Erfolg, sei immer ein „Kampf gegen dich selbst“. Ein brutal harter Wettkampf. Er sei „immer volle Pulle“ gefahren.
Schon 2023 mit einem alten Holzboot erfolgreich
Uwe Jabs hatte 2023 bei der WM in Dänemark über die lange Strecke bereits Silber geholt, in einem 35 Jahre alten Holzboot – sein erster Wettkampf nach rund fünf Jahrzehnten. Die Konkurrenten waren mit top modernen Booten aus Carbon angetreten. Platz zwei war auch deshalb quasi Gold wert – aber es war halt „nur“ Silber. Eigentlich hatte Uwe Jabs nach diesen Meisterschaften nie wieder bei einem Rennen starten wollen. Doch schon wenige Tag nach dem Vize-Titel war diese fixe Idee in seinem Kopf: ein neues, modernes, schnelleres Boot kaufen, noch mehr trainieren – und den Titel holen.
Der Winter 2023/24 und auch das Frühjahr liefen trainingstechnisch perfekt. Obwohl der Bau-Ingenieur nach wie vor arbeitet, war er regelmäßig joggen, schwimmen und Rad fahren. „Ich bin geschätzt 1000 Kilometer Kanu gefahren, doppelte so viel wie vor der WM 2023“, meistens in Ludwigsburg auf dem Neckar.
Ein fataler Unfall hätte fast das Aus bedeutet
Doch dann der Unfall: Ende Juli ist der Kanute bei Tragen seines Sportgeräts auf der Betontreppe, die von Bootssteg zum Bootshaus seines Vereins führt, ausgerutscht. Der Sturz sah übel aus, haben ihm seinen Sportsfreunde später berichtet. Schlussendlich hat sich Jabs aber „nur“ die rechte Hand gebrochen, mehrmals. Ihm sein eigentlich sofort klar gewesen: „Das war’s mit der WM 2024.“ Es kam anders. Der Kämpfer Uwe Jabs hat nach der Operation zusammen mit einer engagierten Ärztin der Klinik in Markgröningen akribisch an seiner Genesung gearbeitete. Gut drei Wochen vor der WM hatte er das Okay der Medizinerin, er solle doch bitte mal eine kleine Runde drehen mit seinem Kanu. „Es wurden fünf Kilometer“, erzählt der Weltmeister und grinst verschmitzt.
Von diesem Tag an sei ihm klar geladen: „Ich starte in Kroatien.“ Hat sich geloht. Der Weltmeister, der in Stuttgart. wohnt, freut sich schon heute auf die Sportlerehrung der Stadt Ludwigsburg.
Uwe Jabs ist seit sagenhaften 66 Jahren SVL-Mitglied. Er hat als junger Mann schon alle möglich Titel geholt, er war zum Beispiel mehrfacher Baden-Württembergischer und Süddeutscher Meister – und 1970 Deutscher Vizemeister mit der 4x500-Meter-Staffel. Später hat sich Jabs dann eine Zeitlang als Kanu-Abteilungsleiter beim SV Ludwigsburg engagiert. Der Mann, der auch mal baden-württembergischer Mannschaftsmeister im Skat war, will auch künftig regelmäßig mit seinem Carbon-Boot auf dem Neckar trainieren, zusammen mit den anderen Kanutinnen und Kanuten des SVL. Denn wer Sport treibt, bleibe jung, sagt Jabs.
Wird er noch einmal bei einer WM starten?
Eins indes, behauptet der Meister, werde er ganz bestimmt nicht nochmal machen: bei einer Marathon-WM starten. Abwarten. Seine Sportsfreunde und auch seine Frau haben gewisse Zweifel.