Nach langer Durststrecke gelingt der Rutesheimer U 23 In der Fußball-Kreisliga A 2 wieder ein Erfolgserlebnis. Damit verlängert sie die Negativserie des SV Leonberg/Eltingen II.
Die Bilanzen auf beiden Seiten lasen sich am Freitagabend verheerend. Sechs Spiele ohne Sieg in Schwarz-Weiß bei der SKV Rutesheim II, acht Spiele ohne Sieg in Gelb-Schwarz beim SV Leonberg/Eltingen II. Zu letzteren muss nun ein weiterer hinzugefügt werden.
Der SV Leonberg/Eltingen II bleibt nach dem 0:5 weiterhin ohne Erfolgserlebnis und verweilt auf dem Relegationsplatz in der Kreisliga A 2. Grund zum Jubeln gab es hingegen bei der SKV Rutesheim II, die auf dem heimischen Kunstrasen ein fünffaches Ausrufezeichen setzen konnte. Die Rutesheimer U 23 springt damit wieder auf den siebten Tabellenplatz.
SKV II nutzt gegnerische Umschaltschwäche
Bereits nach zehn Minuten begann das Debakel für die Gäste und wie so oft entblößte der Gegner die große Schwachstelle beim SV. Nach Ballgewinn durch Top-Torjäger Angelo de Pilla spielte er einen tiefen Pass auf Paul Jauß, der frei vor dem Tor die Führung besorgte – das Umschaltspiel bleibt die Achillesferse der Mannschaft von Sebastian Kohler, der gemeinsam mit Co-Trainer Philipp Pajda erneut selbst auf dem Feld stand. In der Anfangsphase überließen die Gäste den Hausherren vermehrt das Spielgerät, als sie dann begannen, selbst etwas mit dem Ball anzufangen, fanden die Rutesheimer immer wieder Lücken im defensiven Verbund, besonders nach Balleroberungen.
Ein belebendes Element der lahmenden SV-Offensive bildete der großgewachsene Stürmer Raphael Mandel. Der 28-jährige Mittelstürmer hatte in der Vorwoche gegen Kornwestheim ein kurzes Comeback gefeiert, nachdem er zuvor einen knappen Monat ausfiel. Gegen Rutesheim durfte Mandel erstmals in dieser Spielzeit über die volle Distanz antreten und wurde vermehrt mit Flanken seiner Mitspieler gesucht. Aber die Defensive der Gastgeber um Torwart Silas Wöhr hielt den Angriffen der Gäste stand, grundsätzlich bot die erste Hälfte weniger große Möglichkeiten. Für etwas Aufregung sorgte Schiedsrichter Muhamet Dagistanli, der im ersten Durchgang früh eine Gelbe Karte an Rutesheims Trainer Tobias Germanus verteilte. In der 34. Minute verwies er einen Zuschauer des Geländes, was das Spiel für eine Weile verzögerte. Kurz vor der Pause fiel dann das zweite Tor für die SKV-Zweite, Angelo de Pilla köpfte einen Freistoß von Aykan Seymen am kurzen Pfosten ein (40.).
Knoten platzt nach der Pause
Rutesheims Zweitvertretung dominierte vor allem die Anfangsphase der Partie, nach dem Gegentreffer schaltete auch der Gast eine Stufe höher. Doch das Tor gelang der SV-Offensive um den umtriebigen Mandel nicht, stattdessen kassierten Zweitvertretung des Landesliga-Aufsteigers auf unglückliche Weise das dritte Gegentor. Einen langen Ball versuchte Marco Krönert aus dem Strafraum zu köpfen, der Ball flog jedoch kerzengerade nach oben und landete genau bei Aykan Seymen, der sich aus kurzer Distanz nicht zweimal bitten ließ (56.). In der Folge war es auch Torwart Henrik Berger zu verdanken, dass der SV nicht noch höher zurücklag, unter anderem in der 60. Minute rettete der Keeper zweimal nach einem Freistoß der Rutesheimer.
Zehn Minuten später folgte jedoch das vierte Gegentor, Paul Jauß legte nach einer erneuten Balleroberung quer auf de Pilla, der seinen neunten Saisontreffer erzielte. In der Folge wurden die Rutesheimer vor allem defensiv sorgloser, ließen die Gäste teilweise zu Chancen kommen, aus denen diese jedoch nichts herausschlagen konnten. Dies rächte sich in der 88. Minute. Erneut konterten die Hausherren den SV gnadenlos aus, in offensiver Überzahl prüfte Tomas Gioia den starken Berger, den Abpraller drückte der eingewechselte Sebastian Häußler zum Endstand über die Torlinie.
Tobias Germanus: Derbysieg zweitrangig
„Es ist vor allem gut für die Seele und das Selbstvertrauen. Das war das Spiel, das uns gefehlt hat“, sagte der sichtlich erleichterte Tobias Germanus nach dem Sechs-Punkte-Spiel, wie er den Erfolg nannte. Die vergangenen Wochen hätten seine junge Mannschaft stark verunsichert, gleichzeitig aber auch zusammengeschweißt. „Die Jungs wollten aus dieser Scheiße wieder raus“, erklärte der Trainer, der schon in der Vorwoche gegen die SpVgg Renningen gute Ansätze sah. Wille und Leidenschaft hatten seinem Team gegen den kriselnden Gast den Erfolg gebracht.
Eine Niederlage wäre laut Germanus „richtig schlimm gewesen“, da man so noch tiefer in den Tabellenkeller gerutscht wäre. Viel wichtiger als der kleine Derbysieg ist für Germanus, der erst sein zweites Jahr im Aktivenbereich trainiert, der Punktgewinn im Abstiegskampf. Er geht mit einem guten Gefühl aus dem Wochenende, freut sich besonders, dass seine Mannschaft sich belohnen konnte. „Ich hoffe“, sagte Germanus, „dass die Jungs noch mal verstehen, um was sie kämpfen. Wenn sie nicht nachlassen, können wir nächste Woche direkt nachlegen. Dann gehen wir mit zwei Siegen in die Pause.“ Das soll den Rutesheimern im letzten Hinrundenspiel bei den TSF Ditzingen gelingen.