Damit das Wasser nicht noch mal aus dem Kanal läuft, wird der dieser erweitert. Foto: Wolf

Für zwei Millionen Euro werden die Abwasserrohre in Richtung Ramsbachtal vergrößert.

Degerloch - Das, was im Sommer 2010 entlang der Ramsbachstraße geschehen ist, soll nicht noch einmal passieren. Damals war nach einem Starkregen das Wasser aus dem Kanal geschossen und hatte mehrere Häuser überflutet – auch, weil der Kanal wegen Bauarbeiten verengt worden war. Die Verengung ist mittlerweile zwar Geschichte, aber die Bewohner fürchten nach wie vor, dass sich die Geschehnisse wiederholen könnten. Zwei Jahre später hat die Stadt nun damit begonnen, die nur wenige hundert Meter entfernten Abwasserrohre unter der Reutlinger und der Großen Falterstraße zum Regenüberlaufbecken im Ramsbachtal hin zu vergrößern. Und ohne die Vorgeschichte sind diese Bauarbeiten nicht zu verstehen.

„Das Kanalnetz kann somit mehr Wasser aufnehmen“, sagte Roland Kurz vom Tiefbauamt bei der jüngsten Sitzung des Degerlocher Bezirksbeirats. Denn das Regenwasser, das vom höher gelegenen Degerlocher Ortskern hinunterfließt, schwappt auf zwei getrennten Wegen ins Tal – in den Kanälen unter der Ramsbachstraße und der Reutlinger Straße. Wird hüben erweitert, entlastet das den Durchfluss drüben. „Die Gebäude sind so besser geschützt“, sagte Kurz. Nicht zuletzt war dies auch eine Zusage von Wolfgang Schanz, dem Leiter des Tiefbauamts, gewesen, um die aufgebrachten Anwohner und Lokalpolitiker zu besänftigen.

Der Kanal, an dem nun gebaut wird, ist ohnehin sanierungsbedürftig. Die Tiefbauer nutzen aber die Gelegenheit, den Querschnitt – und damit das Fassungsvermögen – der Betonröhren auf einer Länge von 900 Metern zu erhöhen. „Bisher haben wir einen Durchmesser von 30 Zentimetern“, sagte Kurz. Künftig werden es zwischen 80 und 100 Zentimeter sein. „Insgesamt wird das Projekt zwei Millionen Euro kosten“, sagte er.

Eine Gelegenheit für eine bessere Fahrbahnmarkierung

An der Großen Falterstraße entlang des Traifelbergplatzes sind die Arbeiter bereits seit Juli unterwegs. Bis Ende Oktober wollen sie an dieser Stelle fertig sein. Seit kurzem arbeiten sie zudem an der Ecke Reutlinger Straße. Dort soll in einer Tiefe von sechs Metern unterirdisch ein Kanal durch die Erde gepresst werden, statt eine Baugrube zu graben. Bis zum Frühjahr soll dann die Baustelle in rund 70 Meter langen Abschnitten nach und nach die Reutlinger Straße emporwandern. „Wenn alles optimal verläuft, werden wir an Ostern den neuen Straßenbelag einbringen“, sagte Roland Kurz.

„Das wäre die optimale Gelegenheit, eine bessere Fahrbahnmarkierung für den Radweg anzubringen“, sagte Andreas Schmitt von den Grünen. Bisher ist der zwischen den parkenden Auto und der Fahrbahn aufgepinselt. Es geht recht eng zu, und sollte ein Autofahrer die Tür öffnen, bleibt nur der Schlenker in den Verkehr. Weshalb die wenigsten Radfahrer dort unterwegs sind, wo sie es eigentlich sollten.

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