Der Landschaftsgärtner hatte gestanden, die acht Männer umgebracht und ihre Leichen zerstückelt zu haben. Foto: The Canadian Press

Der Fall schockierte ganz Kanada, insbesondere unter Homosexuellen: In Toronto ist ein Landschaftsgärtner wegen acht Morden zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Der Richter beschrieb die an den Leichen der Getöteten verübten Akte als „ganz und gar böse“.

Toronto - Ein Landschaftsgärtner ist im kanadischen Toronto wegen acht Morden zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Der 67-jährige Bruce McArthur könne frühestens nach 25 Jahren wieder freigelassen werden, sagte Richter John McMahon am Freitag in der kanadischen Metropole. McArthur habe keine Reue für seine Taten gezeigt, bemerkte der Richter. Der Landschaftsgärtner hatte gestanden, die acht Männer umgebracht und ihre Leichen zerstückelt zu haben. McArthur war vor einem Jahr festgenommen worden.

Als die Polizei im Januar 2018 seine Wohnung stürmte, fand sie einen jungen Mann, der ans Bett gefesselt war. Er war unverletzt, hätte aber das neunte Opfer werden können, sagte Richter McMahon. Die zerstückelten Leichen von sieben seiner Opfer hatte der Gärtner in großen Blumenkübeln auf dem Grundstück einer Kundin versteckt. Die achte Leiche wurde ebenfalls auf dem Gelände entdeckt. Die acht Männer waren in den Jahren 2010 bis 2017 verschwunden. Unter ihnen war ein ehemaliger Lebensgefährte McArthurs. Bei den anderen Opfern handelte es sich um zwei afghanische Einwanderer, zwei Flüchtlinge aus Sri Lanka, einen Iraner, einen Türken und einen obdachlosen Callboy.

Auf verwundbare Männer abgesehen

Der Fall schockierte ganz Kanada, insbesondere unter Homosexuellen. Torontos Bürgermeister John Tory nannte McArthur ein „Monster, das Jagd auf die Stadt“ gemacht habe. Richter McMahon sagte, der Gärtner habe es auf verwundbare Männer am Rande der Gesellschaft abgesehen, die mit ihrer Drogenabhängigkeit und ihrer heimlichen Sexualität rangen. Die Staatsanwaltschaft hatte eine Mindeststrafe von 50 Jahren Gefängnis gefordert. Der Richter beschrieb die an den Leichen der Getöteten verübten Akte als „ganz und gar böse“. Staatsanwälte erklärten, McArthur habe Fotos der Männer vor und nach den Morden gemacht. Die Leichen habe er in Posen arrangiert, etwa auf einem Pelzmantel liegend oder mit einer Zigarre im Mund, die Augen mit Klebstreifen offen gehalten. McArthur hatte sich seine sexuelle Orientierung erst eingestanden, als er bereits über 40 Jahre alt war. Er verließ plötzlich seine Frau und zwei Kinder und zog 1997 nach Toronto. 2001 kam er erstmal mit dem Gesetz in Konflikt, als er einen Prostituierten mit einer Metallstange schlug. Ein psychiatrisches Gutachten unterstellte ihm damals „unterschwellige Ressentiments“, stufte ihn aber als nicht gefährlich ein.

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