Wie man sich bettet, so liegt man. Doch ob die Wiese möglicherweise mit Glyphosat behandelt ist, kann man nicht wissen. In Stuttgart soll man sich in Zukunft sicher sein können, dass kein Herbizid die Mittagspause trübt. (Archivfoto) Foto: dpa

Glyphosat ist derzeit in aller Munde, da kommt die grüne Kampfansage aus dem Stuttgarter Rathaus. OB Fritz Kuhn hat ein ehrgeiziges Ziel und will alle Stuttgarter mit ins Boot nehmen.

Stuttgart - Zuletzt waren es Schlagzeilen wie „Deutsche Biere mit Glyphosat belastet“ und „Mehrheit der Deutschen mit Glyphosat belastet“, die so manchen haben aufhorchen lassen. In Brüssel streiten sich derzeit die nationalen Experten über eine Verlängerung der Zulassung des umstrittenen Unkrautvernichters Glyphosat, das im Verdacht steht, krebserregend zu sein.

Während die Experten in Brüssel vorerst wohl nicht zu einer Einigung kommen, hat in Stuttgarter der grüne Oberbürgermeister Fritz Kuhn ein Machtwort in Sachen Glyphosat gesprochen. Wie die Stadt am Dienstag mitteilt, wird das Herbizid auf städtischen Flächen ab sofort nicht mehr eingesetzt. Kuhns hehres Ziel: Stuttgart zu einer glyphosatfreien Stadt zu machen.

Mehr Handarbeit gefragt

Doch mit dem Verzicht der Stadt ist es natürlich nicht getan, der OB will alle Stuttgarter mit ins grüne Boot holen. Auf ihren Stückle, in ihren Schreber- und Vorgärten sollen sie auf den Unkrautvernichter verzichten. „Ich appelliere auch an die Bürgerinnen und Bürger bei ihren Arbeiten im Garten zum Wohle der Gesundheit auf Glyphosat ganz zu verzichten“, ließ Kuhn wissen.

Für die Mitarbeiter des Garten-, Fiedhof- und Forstamtes kommt damit freilich Mehrarbeit zu . Man werde in Zukunft die städtischen Grünflächen „von Hand pflegen“. Ohnehin sei Glyphosat zuletzt nur punktuell eingesetzt worden. In Stuttgart rücke man mit „Hacken und Freischneidern“ dem unerwünschten Unkraut zu Leibe . Das umstrittene Glyphosat sei „grundsätzlich nur bei gefährlichen Pflanzen wie dem Riesenbärenklau sowie bei Pflanzen, die aufgrund ihres Wuchses mechanisch kaum zu bekämpfen sind“ eingesetzt worden.

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