Im September 2014 gratulieren sich Fritz Kuhn (links) und Thomas Bopp, weil sie in die Spitze des Verbandes Region Stuttgart gewählt wurden – jetzt ist die Stimmung nicht mehr ganz so freudig Foto: Max Kovalenko

Stuttgart ist im Kampf gegen den gravierenden Wohnungsmangel auf die Partner in der Region angewiesen. Darüber herrscht Einigkeit. Was im Sozialwohnungsbau gemeinsam nötig und machbar ist, müssen OB Fritz Kuhn (Grüne) und Regionalpräsident Thomas Bopp (CDU) aber noch ausdiskutieren.

Stuttgart - Regionalpräsident Thomas Bopp (CDU) und Stuttgarts Oberbürgermeister Fritz Kuhn (Grüne) sind sich in der Frage des Wohnungsbaus uneinig. Ausgerechnet als er krank das Bett hüten musste, hat sich Kuhn jetzt über den Mann an der Spitze des Verbandes der Region Stuttgart geärgert. Das war bei der Lektüre des Interviews, das Bopp mit unserer Zeitung geführt hatte und das vergangenen Montag veröffentlicht worden war.

Fritz Kuhn mahnt gerechte Aufgabenteilung an

Entweder betrachte man das komplette Wohnungsthema als regionales Thema, oder man könne es gleich bleiben lassen, lautete Kuhns Botschaft am Freitag im Rathaus, als der Gemeinderatsausschuss für Wirtschaft und Wohnen über die gravierenden Wohnungsengpässe in Stuttgart debattierte. Wenn man im Wohnungsthema ein regionales Thema sehe, könne man den sozialen Wohnungsbau nicht nur in Stuttgart verorten. Hier die unschönen Sachen, dort die schönen Sachen – so könne die Aufgabenverteilung beim Wohnungsthema nicht sein, sagte Kuhn. Wenn man wie Bopp denke, dann wäre es auch um den regionalen Charakter der angepeilten Internationalen Bauausstellung schwach bestellt, die mit der Entwicklung des neuen Rosensteinviertels angepeilt wird.

Thomas Bopp ist bei Sozialwohnungsbau skeptisch

Kuhns Replik bezieht sich auf die eher zurückhaltenden Aussagen von Bopp zu einem gemeinsamen Vorgehen beim sozialen Wohnungsbau. Dafür müsse die Landeshauptstadt wohl weitgehend selbst sorgen, hatte Bopp gesagt, und ihre Möglichkeiten seien wegen hoher Grundstücks- und Baupreise begrenzt. In gewissem Maß könne sozialer Wohnungsbau auch in den Mittelzentren der Region stattfinden, doch Städte wie Esslingen, Ludwigsburg und Böblingen wollten selbst auch sozial schwache Haushalte in Sozialwohnungen unterbringen.

Dass außerhalb von Stuttgart Sozialwohnungen gebaut werden und die Landeshauptstadt dort Belegungsrechte erwirbt, nannte Bopp „nicht sinnvoll“.

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