Der VfB Stuttgart kämpft für Toleranz und gegen Diskriminierung. Foto: Baumann

„Nazis raus“, twitterte die ZDF-Journalistin Nicole Diekmann. Weil sie danach beschimpft wurde, startete im Netz eine Welle der Solidarität. Auch Clubs der Fußball-Bundesliga haben sich unter #nazisraus beteiligt. Nicht so der VfB Stuttgart – der den Kern der Aussage auf seine Weise stützt.

La Manga/Stuttgart - Das neue Jahr begann Nicole Diekmann mit einem Statement. „Nazis raus“ schrieb die Hauptstadt-Korrespondentin des ZDF am Neujahrstag bei Twitter – und das hatte Folgen. In den Tagen danach wurde sie beschimpft und bedroht. Doch es startete auch eine Welle der Solidarität. Auch aus der Fußball-Bundesliga.

Unter Hashtag #nazisraus untermauerten zahlreiche Fußballclubs ihre Haltung gegen Fremdenhass und für Toleranz. Mehr als die Hälfte der Bundesligavereine twitterte zu diesem Anlass, unter andrem Borussia Mönchengladbach, der VfL Wolfsburg und Borussia Dortmund.

Auch Clubs aus der zweiten Liga machten mit, ebenso einige Vereine aus den Ligen darunter, so der 1. FC Kaiserslautern oder Energie Cottbus.

Auch der Deutsche Fußball-Bund (DFB) und die Fußball-Nationalmannschaft bekundeten ihre Solidarität in diesem speziellen Fall. Im Gegensatz zum VfB Stuttgart.

Auf Anfrage unserer Redaktion positionierte sich der Club allerdings ebenfalls zu Werten wie Toleranz und Vielfalt.

„Unabhängig von der offiziellen Unterstützung einzelner Aktionen steht der VfB für Vielfalt und Toleranz und lehnt Rassismus sowie Diskriminierung kategorisch ab. Im Rahmen unseres gesellschaftlichen VfBfairplay Engagements unterstützen wir auch integrative Themen und sind seit Jahren Bestandteil im ‚Landesnetzwerk für Menschenrechte und Demokratieentwicklung – gegen Rechtsextremismus und Menschenfeindlichkeit’“. Hier haben sich Organisationen, Institutionen, Vereinigungen und Ministerien zusammengeschlossen, um sich über die namengebenden Themen auszutauschen“, heißt es in einem Statement des VfB Stuttgart. Zudem verweist der Club auf seine Beteiligung an einer Aktion zugusten des SV Babelsberg im vergangenen Jahr.

„’Gemeinsam für Vielfalt und Toleranz. Gemeinsam gegen Rassismus und Diskriminierung.’ So lautete das Statement des VfB in Richtung des SV Babelsberg 03. Der Verein aus dem größten Stadtteil Potsdams rief zu einem klaren Bekenntnis und einer Solidarisierung im Kampf gegen Rechtsextremismus und Hetze in Sportstätten aus. Entstanden ist daraus die deutschlandweite Kampagne ‚Nazis raus aus den Stadien’. In Folge eines Urteils des Nordostdeutschen Fußballverbandes, welcher die antisemitischen und volksverhetzenden Gesänge bei einem Heimspiel im Gästeblock des Karl-Liebknecht-Stadions ignorierte, den Ruf „Nazischweine raus!“ eines Besuchers im Heimbereich aber aufgenommen hatte und in das spätere Urteil des Sportgerichts aufnahm, entstand die Kampagne. ‚Nazis raus aus den Stadien’ wurde vom VfB Stuttgart unterstützt. Bei zwei Heimspielen sowie in den Tagen dazwischen wurden im Fanshop des VfB Fan-Centers Spendenboxen der Babelsberger Kampagne aufgestellt. Die Erlöse gingen vollständig an den SV Babelsberg 03 und anschließend als Unterstützung an interessante Projekte und kleinere Vereine im Kampf gegen ‚Rechts’. Denn ‚rechte’ Werte sind mit den Werten des Sports nicht vereinbar.“

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