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Ein Verein aus Vaihingen organisiert die Challenge Camerounais, ein kamerunisches Festival. Mehr als 6000 Besucher werden erwartet.

Vaihingen – Begonnen hat alles mit der Fußball-Weltmeisterschaft 1990 in Italien. Als erstem afrikanischen Land überhaupt gelang den „Löwen aus Kamerun“ der Einzug ins Viertelfinale einer Weltmeisterschaft. Erst in der Verlängerung gegen England schied das kamerunische Team aus. „Aber die Euphorie in meinem Land war riesig“, erinnert sich Hervé Kamgang an die Ursprünge des Challenge Camerounais. Kamgang ist Sprecher der Cameroonian Association of Stuttgart and Environs (Camas) mit Sitz im Internationalen Zentrum der Universität Stuttgart in Vaihingen. Der Kulturverein, der sich 2009 aus einem kamerunischen Studentenverein heraus gegründet hat, organisiert am Pfingstwochenende in Stuttgart das 20-jährige Bestehen des Events. 6000 Gäste aus ganz Deutschland und Kamerun werden erwartet, darunter der Botschafter und mehrere Minister des zentralafrikanischen Landes. Gefeiert wird drei Tage lang in Feuerbach am Sportpark, es gibt diverse Sportwettkämpfe und Kulturveranstaltungen. Am Pfingstsonntagabend findet als Abschluss eine Jubiläumsgala am Flughafen statt.

Es fing mit einem Fußballturnier an

Die Anfänge des Challenge Camerounais nehmen sich dagegen bescheiden aus. 1992 fand in Bielefeld, noch getragen von der Euphorie der Weltmeisterschaft, ein erstes Fußballturnier statt. Kamerunische Vereine aus vielen Städten Deutschlands waren angereist. Über die Jahre traf man sich jedes Jahr in einer anderen Stadt. Es kamen weitere Sportarten hinzu, immer mehr Teilnehmer meldeten sich an. „Mit der Zeit wurde das Kultur- und das Businessprogramm immer wichtiger“, erzählt Kamgang. „Mittlerweile ist das Business and Social Forum eines der wichtigsten Bestandteile des Festes.“

Und das komme nicht von ungefähr. Schätzt Kamgang doch, dass ein Großteil der Kameruner, die in Deutschland leben, einen ähnlichen Hintergrund haben wie er selbst: „Ich bin nach dem Abitur nach Deutschland gekommen, weil ich etwas aus dem Informatikbereich studieren wollte, was in Kamerun nicht angeboten wird.“ Es waren zunächst vor allem Männer, „aber seit einigen Jahren holen Frauen auf“.

Rund 2000 Kameruner leben in und um Stuttgart. Viele von ihnen sind in der Camas organisiert. Das Ziel des Vereins ist es, die Integration voranzubringen und den kulturellen Austausch zwischen Deutschen und Afrikanern in Stuttgart zu fördern. „Weil wir unsere Heimatstadt Stuttgart und unsere beiden Heimatländer lieben“, sagt Kamgang. Er lebt seit 1999 in Deutschland, die meiste Zeit davon in der Region Stuttgart und ist seit einiger Zeit deutscher Staatsbürger – fühlt sich aber nach wie vor auch als Kameruner.

Mehr als nur Folklore

Die Besucher erwartet viel schwarzafrikanische und vor allem kamerunische Kultur. „Folklore finden wir gut“, gibt Kamgang unumwunden zu. Aber, und darauf legt er auch Wert, Schwarzafrika sei eben viel mehr als Folklore. Deswegen will das Challenge Camerounais das westafrikanische Land und seine wirtschaftlichen Potenziale stärker ins Bewusstsein der Deutschen rücken. „Aus diesem Grund ist es uns wichtig, Wirtschaftsvertreter aus beiden Ländern auf dem Challenge Camerounais zusammen zu bringen. „Kamerun ist nicht Nigeria und nicht Südafrika. Aber es ist eine wirtschaftliche Mittelmacht in Afrika mit viel Potenzial.“

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