12.800 ISO, Belichtung 1/1.2 s, Blende f 4.5, Brennweite 43 mm Foto: Johannes Pfreundtner-Seitz

Hannes testet Kameras. Heute ist die Fuji XT-3 am Start. Er erzählt uns, welche technischen Funktionen sie mitbringt, wie das Handling ist und wie gut sie bei Dunkelheit Bilder schießt.

Hier ist wieder euer Hannes und heute möchte ich ausprobieren, was eine aktuelle APS-C Kamera in Dunkelheit im Stande ist zu leisten.

Zu dieser Gelegenheit habe ich mir die Fujifilm XT-3 besorgt. Diese Kamera habe ich mir schon öfter angeschaut, doch nun habe ich endlich die Möglichkeit sie auch auf Herz und Nieren zu testen.

Design, Handling und technische Fakten

Wie sieht die Kamera aus? Ich persönlich mag das Design einer klassischen Kleinbildkamera und dessen Handling sehr. Für alle notwendigen Funktionen gibt es einen dedizierten Knopf. Hier wären die prägnanten Drehknöpfe auf der Oberseite des Gehäuses für ISO, Belichtungszeit und Belichtungskorrektur. Die beiden erst genannten sind als Kombiknöpfe ausgeführt und beherbergen zudem die Einstellräder für Bildmodus und Belichtungsmessung. Oder der Joystick zum schnellen Verschieben des Fokuspunktes. Alles funktioniert wirklich gut.

Etwas eigenartig finde ich jedoch die Bewegbarkeit des Touchdisplays. Dieses lässt sich nach oben und unten und zu einer Seite ausklappen. Hätte man hier nicht besser ein schwenkbares Display verbauen können, welches auch Selfie-Aufnahmen zulässt?

Vor allem im Videobereich hat die X-T3 ordentlich zugelegt. Sehr guter Mikrofonvorverstärker für externe Mikrofone und Kopfhöreranschluss auf der Hardwareseite. Aufnahmen sind nun in 4K/60P mit 4:2:0 10-Bit intern auf der SD-Karte oder sogar 4:2:2 10-Bit über HDMI-Ausgabe möglich. Beides kann parallel verwendet werden.

Zudem ist der Filmsimulationsmodus „ETERNA“ verfügbar, welcher eine Nachbearbeitung oft überflüssig macht. Sie kann sowohl im H.264/MPEG-4 AVC als auch im aktuellen H.265/HEVC mit einer maximalen Bitrate von 400 Mbps aufnehmen. Nur kurz zum Vergleich, bei der Sony Alpha Serie ist maximal 100 Mbps möglich.

So schießt die Kamera bei Dunkelheit

Nun interessiert nich ja eigentlich was die Kamera für Bilder und Videos produziert. Zu diesem Zweck bin ich in die Dunkelheit losgezogen und habe Bilder aus der Hand mit ISO 12.800 geschossen. Und ich war von dem Ergebnis begeistert. Zwar hat die X-T3 leider keinen internen Bildstabilisator, wie die größere X-H1, jedoch gibt es stabilisierte Objektive für das System. Diese sind auch von hervorragender Qualität, sogar die hier verwendete Kit-Linse.

Die Resultate mit den Einstellungen sehen Sie in der Bildergalerie!

Video-Test auf einem Konzert

Mein zweites Augenmerk lag auf der Videofunktion der Kamera, die ich auf einem Konzert getestet habe. Die Lichtverhältnisse sind bei Clubkonzerten meist sehr anspruchsvoll für Videoaufnahmen. Sehr dunkle beziehungsweise sich sehr schnell ändernde Lichtverhältnisse mit unterschiedlichsten Lichttemperaturen. Hierfür muss man alle Einstellung manuell vornehmen.

Ich habe die Kamera in der Nähe des Schlagzeugers positioniert und ein paar Clips aufzeichnen lassen. Was mich an den guten Bildergebnissen am meisten beeindruckt hat, war die Rolling-Shutter-Verzerrung, oder eben die nicht vorhandene. Normalerweise bekommt man bei sich schnell bewegenden Objekten meist eine Verzerrung ins Bild, die sehr unnatürlich aussieht. Bei den Aufnahmen der X-T3  konnte ich das nicht feststellen. Gut zu sehen an den Sticks des Drummers. Bei den meisten Kameras würden die Sticks in solch einer Situation aussehen wie Bananen.

Nachtfotos mit der Fuji XT-3

Abschließend kann ich also sagen: „Die Kamera ist der Hammer!“ Ich bin wirklich begeistert, was Fujifilm da herausgebracht hat. Ich denke die X-T3 ist der neue König im APS-C Segment. Mir fehlt lediglich der integrierte Bildstabilisator, sonst ist es die perfekte Kamera. Schnell, handlich, tolle Bilder.

Hat Ihnen der Artikel gefallen? Jetzt teilen: