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Der Verein Choice verkauft Tee für das Kinderhospiz Stuttgart. Die Mitglieder des Vereins assoziieren Tee mit Ruhe und Zeit für wichtige und nahestehende Menschen. Dies streben die Kinderhospize ebenso für die Familien an.

S-Mitte/S-Süd - Ihr Kind ist unheilbar krank!“ Dieser Satz zieht Eltern den Boden unter den Füßen weg, das Leben dreht sich um die Krankheit des Kindes. Die Eltern sind oft auf Unterstützung und Hilfe von außen angewiesen. Der Kaltentaler Verein Choice hatte nun eine ungewöhnliche Idee zur Unterstützung der Kinderhospizarbeit. Die Mitglieder des Vereins, allesamt junge Erwachsene, führen von April bis Dezember 2013 ein Projekt zu Gunsten zweier Kinderhospize durch. Das Projekt trägt den Namen „Teezeit“. Der Erlös geht unter anderem an das Kinderhospiz Stuttgart in der Stafflenbergstraße.

Zeit wird kostbar für Familien mit kranken Kindern. „Wir wollen, dass sich die Menschen bei einer Tasse Tee Zeit nehmen, um sich über Kindersterben zu informieren“, erklärte Ralf Müller, Projektmanager bei Choice. Das Thema Kinderhospiz soll aus der Tabuzone geholt werden. Der Gewinn aus den verkauften Bio-Tees und den Tassen geht an die Kinderhospize Stuttgart und Mainfranken. Nach den ersten beiden Monaten kamen bereits rund 1000 Euro zusammen. Warum der Verein sich für Tee entschieden hat? Die Mitglieder des Vereins assoziieren Tee mit Ruhe und Zeit für wichtige und nahestehende Menschen. Dies streben die Kinderhospize ebenso für die Familien an.

Entlastung für die Familien

Etwa 23.000 Kinder leiden deutschlandweit an einer lebensbegrenzenden Erkrankung wie Mukoviszidose, Muskel-, Herz-Kreislauf-, Leber- und Nierenerkrankungen. Auf den Großraum Stuttgart umgerechnet sind das 750 lebensbegrenzend erkrankte Kinder und Jugendliche. 85 von ihnen sterben ungefähr jedes Jahr.

Das Hospiz Stuttgart hat es sich seit 2004 zur Aufgabe gemacht, mit seiner ambulanten Begleitung von kranken Kindern und Jugendlichen den Familien eine Entlastung zu bieten. Neben dem kranken Kind erfahren Geschwisterkinder ebenso wie die Eltern, die meist für die aufwendige Betreuung rund um die Uhr verantwortlich sind, Zuwendung und Entlastung.

„Die betroffenen Kinder sind oft sehr fröhlich“

Der Tod soll in den Hospizen nicht im Mittelpunkt stehen, im Gegenteil. „Die betroffenen Kinder sind oft sehr fröhlich und lachen viel. Sie kennen ihr Leben ja nicht anders“, sagte Michaela Müller, die Leiterin des ambulanten Kinder- und Jugendhospizes Stuttgart. Das Sterben wird zwar nicht verdrängt, aber man warte auch nicht jeden Tag auf den Tod. „Wir sehen uns als Lebens- und nicht als Sterbebegleiter“, betonte Müller.

Nun wird das ambulante Kinder- und Jugendhospiz um ein stationäres Kinderhospiz erweitert. In den neuen Räumen an der Stafflenbergstraße können künftig lebensbegrenzt erkrankte Kinder und Jugendliche zeitweise leben, wenn die Eltern oder betreuenden Angehörigen die Pflege nicht übernehmen können. Das kann aus gesundheitlichen Gründe sein, aber auch, wenn die Eltern eine Verschnaufpause von der kräftezehrenden Betreuung brauchen. Ein Aufenthalt für die ganze Familie ist auch möglich. Das stationäre Kinderhospiz, welches das erste dieser Art in Baden-Württemberg ist, soll auch ein Ort der Trauer sein. Die Angehörigen können dort in einer ruhigen Atmosphäre Abschied von ihren verstorbenen Kindern nehmen.

Teezeit:

Teezeit:
Der Verein bietet zwei Teesorten an: einen Bio Früchtetee und Grünen Tee aus dem Vaihinger Teeladen. Von Oktober 2013 an kommt ein dritter Tee der Sorte Bio Kräutertee (Demeter) vom Pestalozzi Kinder- und Jugenddorf hinzu. Alternativ kann eine keramikbeschichtete Teetasse dazu bestellen werden. Der Tee und die Tasse ist in den teilnehmenden Geschäften oder unter www.choice-germany.com erhältlich.

Verein:
„Choice“ ist ein gemeinnütziger Verein aus Kaltental mit dem Ziel der regionalen, aber auch weltweiten Förderung von Kindern und Jugendlichen.

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