Martin Obrecht liest immer mal wieder über Jiddu Krishnamurti. Foto: Engel

Martin Obrecht, der stellvertretende Vorsitzende des VfL Kaltental, liest aus privatem und beruflichem Interesse. Sein Lieblingsbuch verbindet beides.

Kaltental - Ein Lieblingsbuch auszusuchen, ist dem zweiten Vorstand des VFL Kaltental, Martin Obrecht, nicht leicht gefallen. „Ich habe einfach so viele“, sagt der 55-Jährige. Eines hat ihn immer wieder beschäftigt: eine Biografie über den indischen Philosophen und Weisheitslehrer Jiddu Krishnamurti. Eine seiner Schülerinnen hat es geschrieben: Pupul Jayakar.

Obrecht hat den 1985 verstorbenen Philosophen selbst bei einem Vortrag in der Schweiz Mitte der 1980er Jahre kennengelernt, und er war fasziniert von dessen Art zu leben. „Der damals 90-Jährige sagte Dinge, die ich heute auch anwende“, erklärt Obrecht, der als Coach und Kommunikationstrainer arbeitet - und ganz nebenbei gerade seinen zweiten Kriminalroman fertig schreibt.

Ähnlich dem griechischen Philosophen Sokrates habe Krishnamurti fast nur Fragen gestellt. So konnten sich seine Zuhörer ihre eigene Meinung bilden. „Er hat einfach das westliche und das östliche Denken vereinigt“, sagt Obrecht.

Vom Schauspieler zum Schriftsteller

Besondere Stellen in seinem Lieblingsbuch sind mit Zetteln versehen und angestrichen. So heißt es etwa in der Biografie, dass der menschliche Verstand nach Sicherheit und Ordnung dürstet und dass es deshalb wichtig sei, etwas zu wagen und aus den Bahnen auszubrechen, zu experimentieren und ins Unbekannte vorzudringen. Ein Ratschlag, den sich der Kaltentaler Schriftsteller auch in seinem beruflichen Leben zu Herzen genommen hat.

In den 1980er Jahren lebte und arbeitete Obrecht als Schauspieler in München; danach unterrichtete er Schauspiel. Nach einigen Jahren folgte er Krishnamurtis Rat und ließ sich auf seine Träume ein: er kündigte seine Stelle, um als Schriftsteller zu leben. Als dieser Weg nicht den gewünschten Erfolg brachte, wurde Obrecht Coach und rät seither wie in seinem Lieblingsbuch, etwas zu wagen. Den Traum, die Wirkungsstätten Krishnamurtis in Indien zu besichtigen, möchte er noch wahr machen.

Auch „Montecristo“ von Martin Suter kann er empfehlen

Im Jahr 2013 veröffentlichte Obrecht seinen ersten Kriminalroman. Deshalb liegt aus Recherchegründen auch mal ein Krimi der Konkurrenz auf dem Nachttisch. „Als gebürtiger Schweizer lese ich auch gerne mal einen Roman von Martin Suter“, sagt Obrecht. Dessen letzten Thriller „Montecristo“ kann er nur empfehlen. Wenn Obrecht die Zeit findet, geht er gern in Buchläden zum Stöbern. Ansonsten holt er sich Inspirationen für neuen Lesestoff aus Zeitungskritiken. „Ein Buch muss mich packen“, sagt Obrecht.

Gelegentlich stößt der 55-Jährige bei der Lektüre von Büchern aber auch auf andere Autoren, deren Werke er im Anschluss liest. Krishnamurti, so steht es in der Biografie, hat lange in der Nähe von Hollywood gelebt und dort Aldous Huxley getroffen, den Autor des Zukunftsromans „Schöne neue Welt“. „Da dachte ich mir, den könnte ich auch mal wieder lesen“, sagt Obrecht und lacht.

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